Bienenkästen für die Elfenbeinküste

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Pioniere in Sachen Bienenzucht und nachhaltiger Landwirtschaft in der Elfenbeiküste: Von links nach rechts Frank und Mark Schmutzler, Carlos Aye, Patrick Aissi, Präsident des Netzwerkes, und Bernd Ohlemeyer (rechts) berichteten Bürgermeister Paul Larue (2.v.rechts) von ihrem Projekt.

Düren. Seit dem Besuch einer Delegation während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006, bestehen zwischen der Stadt Düren und der Elfenbeinküste enge Kontakte. Bernd Ohlemeyer, Frank Schmutzler und sein Sohn Mark sowie Carlos Ayé, ein an der Elfenbeinküste geborener Dürener, setzen sich für nachhaltige Landwirtschaft für das afrikanische Land ein.

Bei einem Empfang im Rathaus berichteten sie Bürgermeister Paul Larue (CDU) gemeinsam mit dem Präsidenten des Netzwerkes auf ivorischer Seite, Patrick Aissi, vom Zustandekommen des Netzwerkes und dessen ambitionierten Plänen für die Zukunft.

Gründung des Netzwerkes 2015

Im Dezember 2015 reiste eine Dürener Unternehmer-Delegation nach Westafrika und gründete in Abidjan mit dortigen Unternehmern das Deutsch-ivorische Netzwerk für nachhaltige Landwirtschaft (RGIAD), in Deutschland vertreten durch Vizepräsident Bernd Ohlemeyer.

Der Dürener Imker Frank Schmutzler entwickelte eine Idee für Musterkisten, die Bienenvölker anlocken, deren Honig dann geerntet werden kann. „Der Verkauf von Honig bringt Bargeld in die Familien“, erläutert der Imker. In der Elfenbeinküste sind die Bienenvölker sehr wild und gefährlich, Bienenzucht deshalb bislang unbekannt. Wilde Bienenvölker werden dort ausgeräuchert, um den Honig zu ernten.

Die Bienenkisten sind nicht nur wegen der Honigernte ein Gewinn, sie können auch in der Nähe von Feldern aufgestellt werden, um durch vermehrte Bestäubung den Ernteertrag, zum Beispiel von Kakaopflanzen, zu steigern. Darin sieht Mark Schmutzler, der in Bonn studiert, „ein grenzenloses Potenzial“. Er war bereits zweimal zu längeren Aufenthalten an der Elfenbeinküste, um Schüler auszubilden.

Die Idee zog weitere nach sich: Um Bienenkisten nach der Musterkiste von Frank Schmutzler vor Ort herstellen zu können, wurde dort eine Schreinerei eingerichtet mit einer alten, aber voll funktionstüchtigen Schreinerausrüstung des Imkers. Die passende Infrastruktur fand sich in einer Fachschule für landwirtschaftlichen Anbau an der Elfenbeinküste, in der die Schreinerei nun auch als Ausbildungsmöglichkeit für die Schüler genutzt wird. Rund 50 Bienenkisten können hier an einem Tag hergestellt werden – sofern der Strom nicht ausfällt. Das passiert allerdings häufig, wie Frank Schmutzler feststellen musste. Abhilfe soll eine Photovoltaikanlage schaffen.

„Es ist schön zu sehen, wie sich stetige Impulse zu nachhaltigen Projekten entwickeln können.“ Mit diesen Worten würdigte Bürgermeister Paul Larue den Einsatz der Dürener.

Bernd Ohlemeyer will einen Antrag beim Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit zur Unterstützung der drei Projektteile Imkerei, Schreinerei und Photovoltaikanlage einreichen, um ein von den Dürener Mitgliedern der „RGIAD“ entwickeltes Ausbildungszentrum verwirklichen zu können. Junge Menschen sollen in diesem Zentrum zunächst als Imker, Schreiner und Fachleute für nachhaltige Energiegewinnung mit Photovoltaik- und Biomasseanlage ausgebildet werden. Ein entsprechender Kooperationsvertrag mit der „GESMA-Inprat“, einem Institut für Tropischen Landbau, wurde Anfang dieses Jahres bereits abgeschlossen.

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