Düren - Bezahlbaren Wohnraum gibt es nur, wenn alle mithelfen

Bezahlbaren Wohnraum gibt es nur, wenn alle mithelfen

Von: kel
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Dietmar Nietan (r.) begrüßte am Podium die Experten Jochen Ott (l.) und Michael Sachs (2. von rechts) sowie Moderator Stephan Johnen. Foto: kel

Düren. „Bezahlbarer Wohnraum im Kreis Düren – Was hilft? Was hindert?“ hatte die Dürener SPD gefragt und damit offensichtlich ein interessantes Thema angesprochen. Der Saal des Bürgerhauses Düren Ost war gut besetzt.

Dies nicht zuletzt, weil mit Jochen Ott (MdL), dem stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion, und Michael Sachs, Koordinator beim „Bündnis für Bezahlbares Wohnen und Bauen“ des Bundesbauministeriums, zwei ausgewiesene Fachleute auf dem Podium saßen. Die beiden eröffneten die von DZ-Redakteur Stephan Johnen moderierte Veranstaltung mit ihren informativen Fachreferaten.

Sachs berichtete aus seiner Heimatstadt Hamburg und seiner bundesweiten Tätigkeit, dass man sowohl Anreize schaffen als auch Bedingungen stellen müsse, damit Bauträger mehr sozial bezahlbaren Wohnraum schaffen. Das gehe hin bis zu Prämien, die an Kommunen gezahlt würden, wenn sie zügig und ohne große behördliche Hemmschwellen Baugenehmigungen erteilen. Vor allem mahnte er den Bund an, mehr bundeseigene Grundstücke abzugeben und zudem steuerliche Anreize zu schaffen.

Jochen Ott sprach davon, dass in Köln und Düsseldorf bereits rund 50 Prozent aller Bürger einen Wohnberechtigungsschein besitzen. Gleichzeitig warnte er davor, Ghettos für Bedürftige hier und Wohlhabende da entstehen zu lassen: „Die Mischung der Quartiere ist eine wichtige gesellschaftliche Forderung.“ Zudem plädiert er für eine so genannte „Wohnungspolizei“, die gegen Ausbeuter unter den Vermietern vorgeht.

Wie schwer die Wohnungssuche oft für Bedürftige ist, unterstrich Dagmar Becker, Geschäftsführerin der regionalen Armutskonferenz für den Kreis Düren. „Da die Einkommensschwelle für einen Wohnberechtigungsschein höher ist als die für Hartz IV, haben die Hartz-IV-Bezieher es noch schwerer bei der Wohnungssuche.“

Einigkeit herrschte bei allen Experten und Diskussionsteilnehmern, dass nur breit aufgestellte Bündnisse in der Lage sein werden, schnell und effektiv zur Lösung der Probleme beizutragen. Auch der Niederzierer Bürgermeister Hermann Heuser gab einen kurzen Einblick in das, was auf kommunaler Ebene möglich ist. Seine Gemeinde fordere von Investoren, dass 20 Prozent des geplanten Wohnraums sozial gefördert sein müssen. Zudem betonte auch er, wie wichtig eine Zusammenarbeit der Kommunen auf Kreisebene sei, wo es bereits eine Runde der Bürgermeister und des Landrates zum Thema gebe.

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