Nörvenich/Düren - Bewährungsstrafe nach tödlichem Unfall

Bewährungsstrafe nach tödlichem Unfall

Von: Hartmut Prüss
Letzte Aktualisierung:

Nörvenich/Düren. Eigentlich hätte der 18. September 2009 der Auftakt zu einem schönen Wochenende werden sollen. Ein junger Mann aus Nörvenich war wenige Tage zuvor 23 Jahre alt geworden und wollte den Geburtstag mit einer Handvoll Freunden im Partykeller der Familie nachfeiern.

Kurz vor Mitternacht fand dieser Abend ein tragisches Ende, denn der Wagen eines Freundes, mit dem drei junge Männer im Alter zwischen 22 und 23 Jahren zu einer Freundin fahren wollten, verunglückte auf der K16 zwischen Irresheim und der B477.

Fahrer schwer verletzt

In einer leichten Kurve kam das Fahrzeug von der Fahrbahn ab, „rasierte” einen Baum ab, schleuderte in den Graben und überschlug sich. Während der damals 23-jährige Fahrer schwer verletzt wurde, kam für seine beiden 22 und 23 Jahre Freunde jede ärztliche Hilfe zu spät. Jetzt hatte sich der Unfallfahrer vor dem Dürener Schöffengericht zu verantworten. Die Staatsanwaltschaft warf ihm fahrlässige Tötung in zwei Fällen sowie fahrlässige Gefährdung des Straßenverkehrs vor.

An viele Einzelheiten konnte sich der Angeklagte, der in der Folge des Unfalls seine Arbeitsstelle verlor, inzwischen aber einen neuen Job in seinem Beruf gefunden hat, nicht mehr erinnern. Er gab allerdings zu, dass er an dem Abend Alkohol getrunken hatte, was mit einem Blutprobenergebnis von 0,86 Promille auch belegt ist. Ursprünglich sei geplant gewesen, dass er in der elterlichen Wohnung seines Freundes übernachten sollte, erklärte der junge Mann.

Der Entschluss, den Partykeller zu verlassen, ist offenbar erst gefallen, nachdem eine damals 18-Jährige und deren Freundin die kleine Feierrunde verlassen hatten. Der Angeklagte soll, so kristallisierte sich heraus, den Gastgeber wegen dessen starker Alkoholisierung und den jüngeren Freund, der keinen Führerschein hat, vom Fahren abgehalten haben. Warum er sich schließlich selbst hinters Steuer gesetzt hat, konnte auch vor Gericht letztlich nicht geklärt werden. Der Vater des Gastgebers berichtete, das Auto habe sich mit quietschenden Reifen von seinem Haus entfernt.

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Hans-Georg Wingen verurteilte den inzwischen 24-jährigen Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wird. Außerdem wird ihm die Fahrerlaubnis für weitere sechs Monate entzogen.

Das Gericht erfuhr schließlich von einem ernst zu nehmenden Nebenschauplatz. Die 19-jährige Zeugin berichtete unter Tränen, sie sei zu Hause und im Internet regelrecht terrorisiert worden. Sie und ihre Freundin wurden offensichtlich für den Unfalltod mitverantwortlich gemacht. Richter und Staatsanwältin rieten ihr dringend zur Anzeige.
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