Düren - Bewährungsstrafe nach heftiger Randale vor der Kneipe

Bewährungsstrafe nach heftiger Randale vor der Kneipe

Von: hp
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Versuchte schwere räuberische Erpressung, Beleidigung und Widerstand: Ein Dürener ist im Vollrausch ausgerastet und muss sich jetzt vor dem Schöffengericht verantworten. Symbolbild: dpa

Düren. „Da hatte der Angeklagte wohl einen schlechten Tag erwischt“, räumte die Verteidigerin in ihrem Plädoyer ein. Der heute 24-jährige Mann aus Düren hatte am 25. Juni 2015 in und vor einer Gaststätte im Vollrausch heftig randaliert.

Kurz vor Mitternacht hatte er zunächst die Zeche in Höhe von 16,90 Euro nicht bezahlt, Gäste und Wirtin beschimpft, einen 66-jährigen Gast mit dem Messer bedroht und von diesem 30 Euro gefordert, nach Polizeibeamten getreten und ihnen und deren Familien mit der „russischen Mafia“ gedroht, also bei seiner Festnahme erheblichen Widerstand geleistet.

In Anlehnung an den „schlechten Tag“ damals hatte der Mann im Prozess vor dem Schöffengericht eher Glück. Eine medizinische Gutachterin hatte das Ergebnis einer Blutentnahme aus der Tatnacht hochgerechnet, um die wahrscheinliche Alkoholkonzentration zur Tatzeit zu ermitteln. Herauskam kam ein Wert von 3,16 Promille. Dies wiederum führte dazu, dass das Gericht von einer verminderten Schuldfähigkeit ausging, was auch der Vertreter der Staatsanwaltschaft bereits in seinem Antrag berücksichtigt hatte.

Das Gericht unter Vorsitz von Richterin Verena Neft verurteilte den 24-Jährigen wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung, versuchter Körperverletzung, Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und einem Monat. Für den Angeklagten, der bisher strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten war, wurde die Strafe zur Bewährung ausgesetzt.

Zu den Bewährungsauflagen gehören unter anderem 100 Stunden gemeinnützige Arbeit sowie ein intensiver Kontakt zur Drogenberatung. Positiv wertete das Gericht, dass der Angeklagte kurz nach dem Vorfall die Wirtin um Verzeihung gebeten, seinen Deckel beglichen und sich auch bei den beiden anderen Gästen entschuldigt hatte. Reue hatte er auch am ersten Prozess-Tag gezeigt.

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