Kreis Düren - Betrugsmasche: „Hier ist die Polizei, geben Sie uns Ihr Geld“

Betrugsmasche: „Hier ist die Polizei, geben Sie uns Ihr Geld“

Von: smb
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Die 110 erscheint nie im Display, wenn die Polizei sich meldet. Symbolfoto: Rolf Wennenbernd/dpa

Kreis Düren. Es sind perfide Maschen, mit denen Trickbetrüger vor allem ältere Menschen um ihr Hab und Gut erleichtern wollen – „und leider haben sie immer wieder Erfolg damit“, sagt Ingrid Königs von der Polizei in Düren. „In dem Fall einer älteren Dame entstand ein Schaden von 26.000 Euro.“

Sie ist einer Betrugsmasche am Telefon auf den Leim gegangen. Der klassische Enkeltrick hat quasi ausgedient, falsche Polizisten und Pflegedienstmitarbeiter sind die aktuellen Themen. „Wir erleben es gehäuft, dass Menschen von einer mit 110 endenden Nummer angerufen werden“, sagt Königs – darauf ist die besagte Dame hereingefallen.

35 Fälle von Anrufern falscher Polizeibeamter hat die Polizei in diesem Jahr bis zum 31. Juni gezählt. Im Vorjahreszeitraum waren es fünf. Die Anrufer geben sich Beamte aus, die den Bürger vor Räubern beschützen wollen: Die Anrufer erzählen zum Beispiel davon, dass in der Nachbarschaft häufiger eingebrochen worden sei. „Dann behaupten sie, dass ihr Gegenüber das nächste Opfer auf der Liste sei“, erklärt Königs. „Dann sagen sie den Menschen, dass sie ihre Wertsachen packen und an einen Boten übergeben sollen.“

Oder: Die Anrufer behaupten, die Banken würden mit den Gangstern unter einer Decke stecken. Daher empfehlen sie, das Konto zu plündern und das Bargeld ebenfalls in die Hände der Polizei zu übergeben. „Die Leute werden schwindelig geredet und gezielt unter Druck gesetzt. Zeit für Zweifel bleibe kaum“, schildert Königs. Ein Opfer: die ältere Frau.

Weniger Enkeltricks

Die Zahl der „Enkeltricks“ ist hingegen rückläufig: Bis zum 31. Juni zählte die Polizei zehn (einmal vollendet mit einem Schaden von 19.000 Euro), im Vorjahreszeitraum 23 (einmal mit einem Schaden von 50.000 Euro). „Die Dunkelziffer liegt weitaus höher. Viele Menschen schämen sich, Fälle zur Anzeige zu bringen. Auch versuchte Betrugsdelikte werden oft nicht gemeldet“, sagt Königs.

Wichtiger Hinweis: Die 110 erscheint nie im Display, wenn die Polizei sich meldet. Die Polizei rät: „Sind sie im Zweifel, rufen sie immer selbst die 110 an und fragen Sie, ob eine Aktion ihre Richtigkeit hat.“  

Noch eine weitere Masche macht der Polizei zu schaffen: „Wenn ein Pflegedienstmitarbeiter gerade weggefahren ist, kommen die Trickbetrüger und behaupten, Kollegen zu sein. Unter dem Vorwand, etwas vergessen zu haben oder noch mal schnell zur Toilette zu müssen, gelangen sie sind Haus und somit an Geld und Wertsachen“, erklärt Königs.           

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