Betrug im großen Stil: Richterin hat Zweifel an Aussage des Angeklagten

Von: hp
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Einem 34-jährigenr Mann aus Hürtgenwald wirft die Staatsanwaltschaft Betrug in großem Stil vor. Symbolfoto: dpa

Düren/Hürtgenwald. Die Indizien sind geradezu erdrückend. In den Stapeln von Strafakten befinden sich auch Kontoauszüge und Protokolle eines Internet-Auktionshauses, die viele Fakten minutiös zusammenfassen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Betrug im großen Stil vor. Über das Internet wurden danach verschiedene Waren angeboten und trotz Bezahlung nicht geliefert.

Der Angeklagte, ein 34-Jähriger aus der Gemeinde Hürtgenwald, weist die Schuld von sich. Vielmehr erzählt er von zwei Unbekannten, die ihn unter Androhungen von Gewalt gegen seine Lebensgefährtin und seine Kinder gedrängt hätten, mehrere Bankkonten zu eröffnen. In der Folgezeit sei er von diesen Männern, von denen er nur die Vornamen kenne, zu Geldautomaten gebracht worden, um Geld abzuheben.

Das so ziemlich alle Beteiligten im Gerichtssaal zumindest „gewisse Zweifel“ am Wahrheitsgehalt dieser Schilderungen haben, wurde spätestens deutlich, als die Vorsitzende Richterin Christine Pinkpank dem Angeklagten nahe legte, angesichts der Ungereimtheiten seine Aussage zu überdenken und sich mit seinem Verteidiger unter vier Augen zu beraten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 34-Jährigen vor, zwischen Februar 2013 und August 2014 in 61 Fällen Waren in einem Internet-Auktionshaus zum Kauf angeboten zu haben. Obwohl die Opfer die Ware und einen Anteil an den Versandkosten auf eines der Konten überwiesen hatten, blieb die Lieferung offensichtlich aus. Der Schaden beläuft sich auf knapp 18.000 Euro. Auch Versuche geprellter Kunden, mit dem „Verkäufer“ in Kontakt zu treten, liefen offenbar ins Leere. Die vermeintlichen Geschäfte wurden über falsche Namen abgewickelt.

Vor Gericht beschuldigte der Angeklagte auch seinen Bruder, der im selben Haus wie er gewohnt habe und im Dezember 2007 „bei Nacht und Nebel“ ausgezogen sei. In der Folgezeit seien immer wieder fremde Leute aufgetaucht, die Forderungen an den Bruder gehabt hätten.

Nicht gerade positiv fiel die Stellungsnahme der Bewährungshelferin aus, die den 34-Jährigen nach einer anderen Verurteilung betreut. Es sei kaum möglich gewesen, zu dem 34-Jährigen Kontakt herzustellen. Die Hauptverhandlung wird fortgesetzt.

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