Betrügereien in 34 Fällen: 46-jähriger Mann steht vor Gericht

Von: Hartmut Prüss
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Düren. Mit zwei Tatkomplexen beschäftigt sich derzeit das Dürener Schöffengericht. Erschwerend kommt hinzu, das die angeklagten Straftaten zwischen drei und sieben Jahren zurückliegen – was sich in Erinnerungslücken von Zeugen zeigt. Vor dem Gericht steht ein 46-Jähriger aus Bosnien-Herzegowina.

Dass es bis zur Gerichtsverhandlung so lange dauerte, liegt unter anderem daran, dass der Angeklagte, der im Zeitraum der Taten mit seiner Familie in Düren lebte, offenbar eine ganze Weile nicht erreichbar war und per EU-Haftbefehl gesucht wurde.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft war der Familienvater Kopf einer Einbrecherbande, die im November 2013 gewaltsam in Wohnungen oder Häuser einbrach und es vor allem auf elektronische Geräte, Schmuck und Bargeld abgesehen hatte. Tatorte waren in Düren-Lendersdorf, Nideggen-Schmidt und Kreuzau-Thum. Ein zweiter Vorwurf geht zurück in die Jahre 2009 und 2010. In dieser Zeit soll der Angeklagte eine heute 62-jährige Frau aus Düren durch Betrügereien in insgesamt 34 Fällen um ein beachtliches Vermögen gebracht haben, das nach vorsichtiger Addition mehr als 120.000 Euro beträgt. Dieser Vorwurf stand im Mittelpunkt des ersten Prozesstages.

Für das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Christina Lange geht es darum, die Aussagen zu vergleichen und akribisch zu bewerten, um der Wahrheit möglichst nahe zu kommen. Denn die Schilderungen des Angeklagten und der Geschädigten liegen weit auseinander.

So erklärte die Geschädigte, sie habe dem damals 19-jährigen Sohn des Angeklagten aus Hilfsbereitschaft bei der Existenzgründung geholfen und für einen Kiosk in Düren neben dem Warenbestand auch das Geld für ein Auto, mehrere Mieten und die Kaution vorgestreckt. Bis März 2010 war dieses Darlehen auf rund 50.000 Euro gewachsen.

Um das Geld zurückzuzahlen, habe der 46-jährige Angeklagte ihr gesagt, die Familie wolle ein Haus, das die Familie in Bosnien besitze, verkaufen. In der Folgezeit, so die Geschädigte, seien immer neue Geldforderungen gekommen, etwa für Gebühren, Notarkosten, Steuern und eine Dachreparatur, aber auch für Reisespesen. Da eigene Ersparnisse nicht reichten, habe sie sich Geld bei ihrer Schwester geliehen, so dass sie jetzt selbst rund 350.000 Euro Schulden habe. Schließlich habe sie erfahren müssen, dass die vermeintliche Immobilie überhaupt nicht der Familie des Angeklagten gehöre. Der Angeklagte bezeichnet die Schilderungen als erfunden.

Die Starthilfe für den Kiosk seines Sohnes habe die Familie mit rund zwei Kilo Gold zurückbezahlt. Die Ehefrau des 46-Jährigen, die nach Auskunft des Gerichts in einem eigenen Verfahren zur einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde, machte von ihrem Recht Gebrauch, als Angehörige die Aussage zu verweigern. Der Prozess wird am Freitag, 21. Oktober, 9.30 Uhr, fortgesetzt.

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