Düren - Besuch in der „Internationalen Schulformübergreifenden Klasse“

Besuch in der „Internationalen Schulformübergreifenden Klasse“

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Schüler aus 17 Nationen besuchen die Seiteneinsteigerklasse an der Hauptschule Burgauer Allee.

Düren. Ob in Deutschland, Spanien, Portugal, Albanien, England, ob in Russland, Japan, Polen, Bulgarien, Syrien, ob in der Ukraine oder der Türkei – die Glocken klingen überall gleich: „dingdangdong“. In all diesen Sprachen sangen Kinder und Jugendliche der „Internationalen Schulformübergreifenden Klasse“ (ISK) der Hauptschule Burgauer Allee das Lied vom „Bruder Jakob“.

Nacheinander trugen sie es in ihrer Muttersprache vor, so dass ihre Besucher, Landrat Wolfgang Spelthahn und Sybille Haußmann, Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums des Kreises Düren, kaum mehr als „dingdangdong“ verstanden.

47 Kinder aus 17 Nationen besuchen die Seiteneinsteigerklasse, in der Laura-Maria Kaminski Deutsch unterrichtet. „In den ersten Wochen stehen 15 bis 20 Stunden pro Woche auf dem Stundenplan, denn das ist die Grundlage. Wer schon länger hier ist, kommt nur noch einmal die Woche vorbei“, erläutert Rektor Stefan Wernerus. Das Sprachmanko müssen alle ausbügeln. Die meisten der Elf- bis 16-Jährigen fangen bei Null an.

In den Fächern Mathematik, Englisch, Kunst und Sport nehmen alle am Regelunterricht teil, allerdings meistens eine Klasse tiefer als daheim. Alle übrigen Fächer stehen auf dem Stundenplan der ISK. Immer wieder stoßen hier neue Schüler dazu, während man-che sie schon seit zwei Jahren besuchen.

„Dieses Leistungsgefälle ist hilfreich, denn erfahrenere Schüler können neueren helfen“, weiß Laura-Maria Kaminski. Gemeinsamkeit und Zusammenhalt werden großgeschrieben. Am Montag berichten alle reihum von ihren Wochenenderlebnissen, um Sprechen und Hören zu trainieren.

„Eine Null-Bock-Mentalität gibt es hier nicht. Die Kinder wollen wirklich etwas lernen“, berichtet Stefan Wernerus. Der Wille voranzukommen sei sehr ausgeprägt. Viktoria Vergilova, 16, ist die Klassensprecherin. „Wir kommen hier sehr gut miteinander aus und lieben die ISK“, erzählte die gebürtige Bulgarin den Besuchern. Die älteren Schüler haben teils schon klare Zukunftspläne, wechseln in die gymnasiale Oberstufe oder haben eine Lehrstelle gefunden.

Landrat Wolfgang Spelthahn zeigte sich beeindruckt vom Klima in der Klasse. „Toll! So wie Ihr hier miteinander lernt und lebt, so müsste es auf der ganzen Welt zugehen“, stellte er anerkennend fest. Da die Wirklichkeit allzu oft anders aussieht, kommen immer mehr Menschen nach Deutschland. 2013 wurden im Kreis Düren 150 ausländische Kinder und Jugendliche eingeschult, 2014 waren es 231.

Im jungen Jahr 2015 sind es bereits 42. Seiteneinsteigerklassen gibt es kreisweit zurzeit nur an drei Haupt- und einer Sekundarschule sowie an einem Gymnasium. An Grundschulen gibt es keine einzige. Der Förderverein des Kommunalen Integrationszentrums finanziert aber an vier Grundschulen Honorarkräfte, die Deutschunterricht erteilen. Darüber hinaus hat das KI ehrenamtliche Sprachpaten gewonnen, die einzelne Kinder regelmäßig fördern.

Für das Schuljahr 2015/16 planen ein Berufskolleg, eine Realschule und eine Grundschule, Seiteneinsteigerklassen einzurichten. Weitere Infos zu diesem Thema gibt es unter der Telefon 02421/221433.

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