Bestmögliche Förderung von Anfang an

Von: Sandra Kinkel
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Gemeinsam mit Hubert Hüppe (3. v. l.), Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, besuchte Thomas Rachel (4.v.r) gestern die Frühförderstelle der Lebenshilfe. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Den kleinen Joel lässt der Besuch in der Frühförderstelle der Lebenshilfe des Kreises Düren völlig kalt. Seelenruhig schläft der Knirps auf den Armen seiner Mutter Jennifer Kuschel. Joel wird genau wie seine zweijährige Schwester Laura in der Frühförderstelle der Lebenshilfe betreut, die beiden Kinder leiden unter der höchst seltenen „Vitamin-B6-Epilepsie“, von der weltweit nur 102 Menschen betroffen sind.

Thomas Rachel (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bildungs- und Forschungsministerium, und Hubert Hüppe, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, sind in der Frühförderstelle zu Gast, und informieren sich ausführlich über die Sorgen und Anliegen von Mitarbeitern und betroffenen Eltern.

125 Familien werden in der Frühförderstelle betreut – von Heilpädagogen, Ergotherapeuten, Logopäden und Physiotherapeuten. Gabriele Panzer: „Wir betreuen unter anderem Familien mit Kindern, die das Down-Syndrom haben, Familien mit schwerst-mehrfach behinderten Kindern und auch Familien mit zu früh geborenen Kindern.“ Betreut werden die Kinder vom ersten Lebenstag bis zu ihrer Einschulung, dann endet die Arbeit der Frühförderstelle. Gabriele Panzer: „Die Kinder bekommen bei uns im Marianne-Robens-Haus ihre Therapie, aber wir arbeiten natürlich intensiv mit den Eltern. Familien, die ein Frühchen bekommen haben, müssen beispielsweise das Trauma der frühen Geburt auch zunächst einmal verarbeiten. Wichtig ist, dass die qualifizierte Förderung so früh wie möglich anfängt.“

Das sieht auch Hubert Hüppe genauso so, darüber hinaus ist der Vater eines behinderten Sohnes aber auch großer Verfechter der Inklusion. „Ich bin nicht dafür, dass behinderte Kinder in Sondereinrichtungen betreut werden und lernen. Mein Sohn hätte sich nicht so gut entwickelt, wenn er nur mit anderen behinderten Kindern gelernt hätte. Davon bin ich überzeugt“. Und auch, so Hüppe weiter, die nicht-behinderten Kindern würden vom gemeinsamen lernen profitieren. „Das größte Problem des behinderten Kindes ist es nämlich, dass die Nicht-Behinderten nicht gelernt haben, wie sie mit ihnen umgehen sollen. Und das ist bei der heutigen jungen Generation, die gemeinsam aufwächst, anders.“ Trotzdem, und auch das ist Hubert Hüppe ein Anliegen, sei Inklusion natürlich nur mit bestmöglicher Förderung aller Kinder denkbar. „Förderung der behinderten Kinder gleichermaßen wie der hochbegabten Jungen und Mädchen.“ Für Jennifer Kuschel ist die Frühförderstelle „Lebens-Hilfe“ im wahrsten Sinne des Wortes. „Ich habe mich anfangs schwer getan, mit meinen Kindern zur Lebenshilfe zu gehen“, gibt die vierfache Mutter zu. „Aber meine Kinder und auch wir Eltern werden hier so angenommen, wie wir sind. Hier ist uns geholfen worden, und man hat uns überhaupt nicht das Gefühl vermittelt, irgendetwas falsch zu machen.“

Thomas Rachel lobt, dass die Familien bei der Frühförderstelle der Lebenshilfe „ganzheitlich gefördert“ würden. „Ich weiß aus eigener Erfahrung“, so der Christdemokrat, „dass man als junge Eltern sowieso anfangs viel Angst und Unsicherheit haben, wenn sie ihr erstes Kind bekommen haben. Wie groß müssen da diese Angst und Unsicherheit erst bei Eltern sein, die ein Kind bekommen haben, das nicht gesund ist. Die Arbeit der Frühförderstelle kann wirklich nicht hoch genug eingeschätzt werden.“ Es sei wichtig, so Rachel weiter, die Eltern anzunehmen und zu unterstützen und eben nicht nur zu bevormunden und zu belehren.“

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