Besteck nicht zum Kratzen benutzen: Mittelalterliches Bankett im Bergfried

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Beim mittelalterlichen Bankett servierten der Koch und die Mägde, was es damals im März auch hätte geben können.

Nideggen. „Man setze sich nur mit frischen Kleidern an die Tafel, damit kein Ungeziefer angelockt wird!” Mit diesen Worten hat Stefan von Wehrsteyn alias Stefan Wester die Gäste auf Burg Nideggen jetzt in die Esskultur des Mittelalters eingeführt. Thema der „Gespräche im Turm” war das Bankett als Kommunikationsform der Adelsfamilien.

Sie nutzten ein Bankett häufig als Kontaktpflege und Eheanbahnung. Das mittelalterliche Menü wurde an der offenen Feuerstelle gekocht und nicht nur bewundert, sondern auch gerne gegessen. Der Koch und die Mägde servierten das, was es im Mittelalter im März auch hätte geben können: Brot mit Schmalz, gerollte Pilzpastete, Reis, Porree, Schweinenacken mit Salbe, Knoblauchsauce, Grießpudding und Quittenmus. Bevor man sich den Speisen widmete, erinnerte der Koch die Gäste daran, dass man sich „nicht mit den Esswerkzeugen kratze”.

Gemshorn und Trommel

Mittelalterliche Musik aus dem 10. bis 16. Jahrhundert, die den Gästen vom Duo Myhlsteyn präsentiert wurde, kam bei den Gästen am Hofe Graf Wilhelms von Jülich besonders gut an. Dudelsäcke und Flöten wie das Gemshorn und die Trommel waren ein Ohrenschmaus. Am Ende des Banketts tanzten Ritter und Burgfrau nach den Klängen von Flöte und Dudelsack unter Anleitung des Myhlsteyn Duos. Beim Hinausgehen meinten einige Gäste, dass sie auf jeden Fall beim nächsten Abend der „Gespräche im Turm” dabei sein wollten.

„Die Familie in der Gesellschaft des Mittelalters” wird am Mittwoch, 14. April, thematisiert. Dr. Daniela Rösing vergleicht die Familienstrukturen des Mittelalters mit heutigen Vorstellungen von Familie. Das heutige Ideal der Ehe geht von einem Mann und einer Frau aus, die sich lieben, sich aus freier Entscheidung aneinander binden, eine Familie gründen und ein Leben lag zusammenbleiben.

Doch welchen Stellenwert und welche Funktion hatte die Familie in der Gesellschaft des Mittelalters? Wie sahen die Familienstrukturen aus, wie waren die Rollen zwischen Mann und Frau verteilt, und wie ging man miteinander um? Mittelalterliche Adelige hatten ein stark ausgeprägtes Familienbewusstsein. Gab es das auch bei den Bauern oder war die Ehe für sie eine reine Zweck-, eine Überlebensgemeinschaft? Die musikalische Begleitung von Alexandra Prinz, die auf Instrumenten nach mittelalterlichem Vorbild spielt, sowie ein Imbiss runden den Abend ab.

Elke Ricken-Melchert, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Düren, und Luzia Schlösser, Leiterin des Burgenmuseums Nideggen, heißen die Gäste bei den „Gesprächen im Turm 2010” herzlich willkommen. Der Abend beginnt um 19.30 Uhr und endet gegen 21.30 Uhr. Die Anmeldung erfolgt beim Amt für Chancengleichheit, Familie und Senioren unter Telefon 02421/22-2260 oder im Burgenmuseum unter Telefon 02427/6340. Für den Vortragsabend am 14. April wird ein Kostenbeitrag von acht Euro erhoben.
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