Besonderes Jubiläum: Seit 25 Jahren Grillhüttenwärter

Von: jan
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Paul Daniel und sein zweites Zuhause: Seit 25 Jahren kümmert sich der Vossenacker als Hüttenwart um die Anlage am Bosselbach. Foto: Jansen

Vossenack. Wenn sich Paul Daniel etwas wünschen könnte, was die große Grillhütte in Vossenack angeht, dann fällt ihm spontan nur ein Anliegen ein. „Das Jahr hat zu wenig Samstage”, sagt Daniel, der Mann, der Ende März ein silbernes Dienstjubiläum feiert. Dann ist er seit 25 Jahren und damit von Beginn an für die Freizeitanlage Bosselbach zuständig.

Samstage sind besonders gefragt. Vereine, Firmen oder Privatpersonen mieten die Anlage. 60 Mal pro Jahr oder noch häufiger wird am Bosselbach gefeiert. Meistens samstags. Deswegen könnte der Vossenacker Grillhüttenwart mehr dieser Tage brauchen. „Ansonsten haben wir hier alles”, sagt er.

Eine große Holzhütte mit Platz für 80 bis 100 Gäste, drei Kühlschränke, eine Toilettenanlage, Parkplätze und ein großes Außengelände, das im Sommer zum Grillplatz wird: „Ich bin zufrieden”, sagt der Mann, der am Sonntag sein Hüttenjubiläum feiert und viele Freunde, Bekannte und Dauer-Mieter der Grillhütte eingeladen hat. „Ich habe wegen der Grillhütte viele Menschen kennengelernt”, sagt der 72-Jährige.

Entstanden war die Idee, den Grillplatz aufzuwerten, 1986. Der Holzpilz steht seit den frühen 70er Jahren. 1986 hatten der Vossenacker Ortsvorsteher Baptist Palm und Hubert Breidenich, der Vorsitzende des Verkehrsvereins Vossenack-Simonskall (VVS), die Idee, eine Toilettenanlage zu installieren. Danach reifte der Gedanke, auf dem Grillplatz, der sich direkt neben dem Becken befindet, das vor dem Krieg das Freibad war, eine Hütte zu bauen. 1988 war die Hütte fertig und die Gemeinde Hürtgenwald übertrug die Verwaltung auf den VVS.

Vor genau 25 Jahren hat sich Paul Daniel, der damals als Dreher tätig war, den Hut des Hüttenwarts angezogen. So erlebte er die schwärzeste Stunde am Bosselbach mit. Die Hütte brannte im Januar 2001 ab, vermutlich Brandstiftung. Lange war die Anlage am Bosselbach nicht in Betrieb. Die Vossenacker Firma Frantzen bezahlte den Neubau, der mit der Hilfe vieler Ehrenamtler möglich wurde.

Die Grillhütte steht jedem offen. Bei jungen Menschen ist sie als Party-Ort gefragt. Das führt hin und wieder auch zu Reibereien, wie Paul Daniel berichtet. Früher gab es beispielsweise ein Problem mit zu lauter Musik. Das ist nicht mehr möglich. In der Holzhütte gibt es eine Schallschutzanlage.

Wenn die Musik über mehrere Minuten lauter tönt als 100 Dezibel, dann schaltet die Anlage den Strom ab. „Das ist aber eigentlich kein Problem. Laut genug, um zu tanzen ist es nämlich auch, wenn 100 Dezibel nicht überschritten werden”, sagt Daniel.

In den vergangenen Jahren hat der Hüttenwart eine positive Tendenz ausgemacht. „Früher haben die jungen Leute alles stehen und liegen lassen”, sagt Daniel. Aufräumen sei beinahe so etwas wie ein Fremdwort gewesen. „Heute ist das besser”, sagt der Rentner und schiebt mit einem Augenzwinkern hinterher, dass er Verständnis dafür hat, wenn junge Leute feiern wollen. „Ich war selbst jung und damals nicht ausgesprochen brav.”

Wichtig sei, dass sich alle an grundsätzliche Regeln halten, die erstens der Anstand gebietet und die zweitens in dem Vertrag stehen, den jeder Benutzer abschließt.

Die treuesten Stammkunden sind die Heimbach-Pilger aus Breinig, die seit 24 Jahren am Bosselbach einkehren. Diese Stammgäste und viele Wegbegleiter mehr hat Paul Daniel zum Hüttenjubiläum am Sonntag eingeladen, ein Anlass, auf den er sich schon lange freut. Ebenfalls zu Gast ist seine Frau. „Sie hat das mitgetragen und mich entlastet, beispielsweise, als ich noch gearbeitet habe.”

Übrigens: Geld machen im großen Stil will der VVS mit dem Vermieten der Grillhütte nicht. 80 Euro plus Verbrauchskosten beträgt die Tagesmiete. Sondertarife gibt es für Ortsansässige oder VVS-Mitglieder. Wer reservieren will, der sollte bedenken, dass es am Bosselbach zu wenige Samstage gibt.

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