Drove - Besondere Krippe in Drove: Weihnachten mit Eifeler Stil

Besondere Krippe in Drove: Weihnachten mit Eifeler Stil

Von: Carsten Rose
Letzte Aktualisierung:
15886662.jpg
Die Krippenbauer (v.l.): Kurt Becker (kniend, 77), Peter Metzmacher, Matthias Bettge, Manfred Esser (70), Stefan Schäfer (67) und Helmut Becker (81). Es fehlen Arno Büchel, Arno Fuß und Hermann-Josef Keutgen. Foto: Rose
15886653.jpg
Aus dem Morgenland in die Drover Pfarrkirche St. Martin: Manfred Esser ist beim Krippenaufbau zuständig für die Drei Weisen. Foto: Rose

Drove. Wie Sodom und Gomorra würde die Pfarrkirche St. Martin sprichwörtlich aussehen, meint Matthias Bettge, wenn Anfang Dezember das ganze Material für die Weihnachtskrippe in das Gotteshaus gekarrt wird. Seit 44 Jahren geht das schon so, der 69-jährige Bettge ist seit Anbeginn dabei.

Ab Sonntag können die Bewohner des Kreuzauer Ortsteils und alle anderen Besucher das Werk betrachten, das Bettge und acht Kameraden aufgebaut haben.

Über 25 Meter Länge und vier Meter Höhe erstreckt sich die Weihnachtskrippe an der rechten Seite der Kirche, gleich hinter dem Kircheneingang folgen Besucher den Weisen aus dem Morgenland, die ihren Weg in der Wüste beginnen, bis zur Krippe. Fachwerkhäuser, Bachlauf, Mühlräder – die Krippe erzählt die Weihnachtsgeschichte teilweise verpackt im Eifeler Stil.

Zwei Wochen lang etwa zehn Stunden täglich von Montag bis Freitag, also zusammen zwischen 600 und 650 Arbeitsstunden, haben Bettge und die Krippenfreunde Drove hantiert. Am Wochenende durfte die Kirche freilich nicht wie eine Werkstatt aussehen, und wenn Beerdigungen unter der Woche anstanden, wurden die Männer zu einer Pause gezwungen.

„Die meiste Arbeit haben wir mit dem Bach“, erklärte Bettge, denn dieser verläuft oberhalb der Heizungsanlage – ein Leck, und nicht nur die Krippenfreunde haben ein größeres Problem. Etwa 600 Liter seien ständig in Umlauf, gesteuert von sechs Pumpen.

Fast alle Figuren – Hirten, Schafe und die üblichen Weihnachts-Verdächtigen – sind mehr als 100 Jahre alt: hergestellt im Jahr 1910, übergeben vom katholischen Orden „Schwestern vom armen Kind Jesu“ aus Aachen. „Gelagert werden die im Kirchturm, denn dort herrscht das gesamte Jahr dieselbe Temperatur“, erklärt Peter Metzmacher, 65, der seit vier Jahren Krippenbauer ist. Übersteht eine Figur die einmonatige Ausstellung mal nicht unversehrt, was vorkommt, wenn ein Besucher aus Versehen nach dem Streicheln ein Schafsohr in den Händen hält, kommt sie in Reparatur nach Vossenack.

Fische mit Heiligenschein

Das Konstrukt ist seit Jahren dasselbe, an der Anordnung ändern sich immer nur Kleinigkeiten. „Wir können auch eigentlich keinen weiteren Blickfang einbauen“, meint Peter Metzmacher, „dafür sind wir zu sehr an das Konstrukt gebunden.“ Das ist freistehend, und viel Freiheiten lässt der Bachlauf nicht. Der beginnt – oder mündet – im kleinen Teich mit Goldfischen von Peter Metzmacher.

„Wenn ich die wieder mit nach Hause nehmen, haben die einen Heiligenschein“, sagt er scherzhaft. Viel kleinteilige Arbeit haben die Krippenfreunde mit dem Grottenpapier, das an den Seiten wie Gewölbe und Gestein aussieht. „Alleine 120 Bögen haben wir neu verarbeiten müssen, alle zwei Jahren müssen wir Nachschub holen“, sagt Peter Metzmacher. Ein Bogen ist 80 Mal 60 Zentimeter groß und wird mit einer speziellen Knick- und Falttechnik so bearbeitet, dass die Übergänge der einzelnen Bögen nicht sichtbar sind. Schließlich sind es jedes Jahr bis zu 6000 Leute, die sich die Krippe anschauen.

Darunter ganze Busladungen, die zwar keine weite Anreise wie die Weisen aus dem Morgenland haben, aber zumindest nicht aus dem Kreis Düren kommen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert