Besondere Fundstücke aus den Weinbergen

Von: bel
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Künstlerin Edith Krötz-Gille
Künstlerin Edith Krötz-Gilles (rechts) erklärt Galeristin Marita Jaeger die Installation mit Fundstücken aus der Ruraue in der Nähe des Heimbacher Weinberges. Foto: Elberfeld

Heimbach. Hätten die Flyer es nicht schon verraten, dass in der Galerie „Kunstwerk” von Marita Jaeger nur eine Künstlerin ausstellt, so könnte der Besucher auf die Idee kommen, dass in den Ausstellungsräumen Schöpfungen dreier Künstler zu bewundern sind.

In einem Raum hängen Fotografien, die erst aus der Nähe betrachtet erkennen lassen, dass sie keine Gemälde sind. Im großen Raum an der Rückseite des Hauses zeigt Edith Krötz-Gilles Steine, meist Schiefergestein, mit Acryl auf Leinwand gebannt, gefunden in ihrer Heimatregion, in dem ehemaligen Weinberg ihrer Eltern in Edeger oder anderen Weinbergen an der Mosel. Einen Schritt weiter geht die studierte Künstlerin im nächsten Raum, wo sie ihre im Teilstudium Schriftbildnerei erworbenen Fähigkeiten in Blindenschrift übersetzt hat.

Lange Texte beeindrucken durch akribische Genauigkeit. Punkte der Braille-Schrift werden zu Flächen, dicht gedrängt wie auf dem komplizierten Schaltplan einer Elektroanlage. Als Krönung hat die Künstlerin diese Schrift dann in schwarze Holzklötze transformiert, von jedem Blinden durchaus lesbar. Weitere Skulpturen sind gedacht als Hommage an Heimbach und die Ruraue: Fundstücke rund um den Versuchsweinberg in Heimbach mit seinen Rebsorten.

Wein und Stein

Es sind tote Reben in verschiedenen Formen, unter dem Begriff „Rurgewürm” gesammelt und in verschiedenen Farben installiert. „Ich male, fotografiere und bringe alles in Form, was mit Weinbergen, dem Wein und den Steinen in diesem Berg zu tun hat”, verrät sie die Wahl ihrer Motive. So sind die Inhalte ihrer teils großformatigen Gemälde nichts anderes als Fundstücke aus Weinbergen. Edith Krötz-Gilles glaubt, dass die Steine sie finden, dass sie von diesen Steinen magisch angezogen wird. Für sie, die Winzertochter, sind diese Steine nicht tot, sondern aus diesen Steinen wachsen Rebstöcke, wächst der Lebenssaft. Das scheinbar Leblose wird zum Lebendigen.

So erscheinen auf den Bildern - wie von Geisterhand gemalt - bizarre Figuren, die explosionsartig zum Leben hindrängen. In ihren Fotografien macht die Künstlerin aus einem oberflächlich grau-braunen Weinberg mit raffinierter Computertechnik eine bunte Farbpalette, erst bei genauerem Hinschauen als Weinberg im Herbst erkennbar. Galeristin Marita Jaeger zeigte sich bei ihrer Begrüßung sichtlich erfreut, die Werke einer jungen Frau unter ihrem Dach zu beherbergen, die weiß, warum sie malt, fotografiert und modelliert. Kurzum: Edith Krötz-Gilles hat eine Philosophie, die ihr sagt, warum sie etwas schafft. Die Galerie ist bis zum 9. Oktober freitags von 15 bis 19 Uhr und samstags von 13 bis 16 Uhr geöffnet.
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