Düren - Besondere Förderung: Die Betreuung von Kindern verbessern

Besondere Förderung: Die Betreuung von Kindern verbessern

Von: Ingo Latotzki
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Tagesmütter oder -väter betreuen die Kinder meist in Privaträumen. Das Spielen mit Lego-Steinen gehört ebenso zur Beschäftigung wie Förderung der Sprache oder anderweitige Unterhaltung, Förderung und Unterstützung. Foto: Ingo Latotzki
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Petra Ruthardt und Ansgar Kieven mit dem Qualifizierungshandbuch für angehende Tagesmütter und -väter.

Düren. Kinder werden nicht nur in Kitas betreut, sondern auch von Tagesmüttern und – ganz selten – auch von Tagesvätern. In der Fachsprache ist dieses Angebot mit dem etwas sperrigen Begriff von der „Tagespflege“ belegt. Sie soll ein zusätzliches Angebot sein, das in den Kommunen angeboten wird.

 In Düren gibt es zurzeit 68 Tagesmütter und einen Tagesvater. Sie bieten ihre Dienste in der Regel in Privaträumen an. Für Düren hat dieses System auch den Vorteil, nicht so viele Kindertagesstätten bauen zu müssen. Die Gebäude verschlingen schnell einige Million Euro – Geld, das die Kommune nicht so ohne weiteres hat.

Nun soll das Rathaus jedes Jahr 200.000 Euro für die Qualifizierung von Tagesmüttern und -vätern erhalten. Düren ist als sogenannte Modellkommune in ein über drei Jahre laufendes Bundesprogramm aufgenommen werden. Mit dem Geld kann auch Personal für die Koordination des Projektes eingesetzt werden.

Mit der Förderung soll die Qualifizierung der Tagesmütter verbessert werden. Bisher lag die Ausbildung bei 160 Stunden, künftig werden es 300 sein. Dazu kommen 140 Stunden in einer Selbstlerneinheit und 80 Stunden Praktikum. Danach gibt es ein Zertifikat, das zur Betreuung von Kindern im Rahmen der Tagespflege berechtigt. Beaufsichtigt und organisiert wird die Ausbildung über die Stadt Düren. Festgeschrieben sind die Standards für die Schulung im „kompetenzorientierten Qualifizierungshandbuch“.

In Düren werden derzeit 143 Kinder, die unter drei Jahre alt sind, von Tagesmüttern betreut, 110 Jungen und Mädchen, die im Alter von drei bis sechs Jahre sind. Eine Tagesmutter kann maximal fünf Kinder gleichzeitig betreuen. Zeitversetzt kann sie sich um bis zu acht Kinder kümmern.

„Der Bedarf ist absolut gegeben“, sagt Ansgar Kieven, der Leiter des Dürener Jugendamtes. Während 2014 in der Stadt 717 Kinder geboren wurden, waren es im vergangenen Jahr 819. Die Steigerung ist nicht nur mit einer Zunahme an Flüchtlingen zu erklären, aber auch. Fest steht: die Nachfrage nach Kita-Plätzen wird steigen. Mit dem Modell der Tagesmütter und -väter schafft sich die Stadt Düren ein zweites Standbein für die Betreuung. Das Angebot gilt auch für Menschen, die gerne Pflegekinder aufnehmen würden, es aber aus unterschiedlichen Gründen (zunächst) nicht können.

Entlohnt wird die Arbeit nach einem Stundensatz. Seit dem 1. Januar 2016 gibt es 4,50 Euro pro Stunde und Kind. Der Satz soll 2017 und 2018 über 4,70 auf 5 Euro steigen. „Ziel ist es, in absehbarer Zeit nicht mehr nach Stunden, sondern pauschal abrechnen zu können“, sagt Petra Ruthardt, Diplom-Sozialpädagogin beim Jugendamt und zuständig für die Kindertagespflege. Für die Anschaffung von Spielzeug gibt es einen Investitionskostenzuschuss . Es werde kontrolliert, ob das Spiel- und Lernmaterial für die Kinder angemessen sei, sagen Ruthardt und Kieven.

Eltern, die ihre Kinder von Tagesmüttern betreuen lassen, zahlen die gleichen Beiträge wir die Väter und Mütter, die ihren Nachwuchs in eine kommunale Kita schicken. Die Nachfrage, sich zur Tagesmutter ausbilden zu lassen, sei gegeben. Das Förderprogramm, von dem die Stadt nun profitieren soll, dürfte diese Entwicklung begünstigen. Wie erfolgreich das Projekt verläuft, wir später überprüft.

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