Düren - Berufskolleg integriert: Praktika und Deutschunterricht

Berufskolleg integriert: Praktika und Deutschunterricht

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Indien, Syrien, Irak, Guinea, der Kosovo und Rumänien: 53 Flüchtlinge werden momentan am Berufskolleg für Technik unterrichtet. Foto: Abels

Düren. 53 jugendliche Flüchtlinge werden aktuell in den beiden Internationalen Förderklassen (IFK) am Berufskolleg für Technik unterrichtet, Jugendliche aus Indien, Syrien, Irak, Guinea, dem Kosovo und Rumänien.

Deutschunterricht steht dabei an oberster Stelle, aber auch berufspraktische Erfahrung ist mit Blick auf die Integration wichtig. „Für die Jugendlichen ist ein Ausbildungsplatz der Schlüssel zur Integration“, betonen Vera Przewloka und Maria Gompelmann vom Berufskolleg. Daher ist es Ziel der IFK, möglichst vielen jugendlichen Flüchtlingen einen Ausbildungsplatz zu vermitteln. „In drei Fällen ist das in Handwerksberufen für das kommende Ausbildungsjahr bereits gelungen“, betont Maria Gompelmann. Weitere Gespräche laufen.

Praktika liefern den Lehrkräften dabei wichtige Erkenntnisse darüber, welche Grundkenntnisse die Jugendlichen aus ihren Heimatländern mitbringen. Sie bieten den Jugendlichen aber auch die Möglichkeit, sich über das viel breiter gefächerte Ausbildungsprogramm in Deutschland zu informieren. „Viele der Jungs kennen nur den KFZ-Mechaniker oder Elektriker“, weiß Maria Gompelmann. Die Bereitschaft der Unternehmen, jugendlichen Flüchtlingen ein Praktikum zu ermöglichen sei groß, freuen sich die Lehrkräfte, auch wenn sie bei speziellen Wünschen schon einmal etwas länger telefonieren müssen.

In den vergangenen Wochen haben sieben IFK-Schüler einen Einblick bei der Firma Isola erhalten. Das Besondere: Hier waren es die Azubis des Unternehmens, die den Anstoß für die einwöchigen Praktika gaben und die jugendlichen Flüchtlinge in dieser Zeit auch federführend betreuten.

Anfangs standen die Firmengeschichte und die verschiedenen Ausbildungsberufe auf dem Tagesplan, später praktische Übungen im Trainingscenter, berichtet Carolin Ohrem. Die Praktikanten haben geholfen, Insektenhotels zu bauen, die für soziale Zwecke verkauft werden sollen. „Wir haben aber auch die Werkzeuge, ihre Handhabung und die mit ihnen verbundenen Sicherheitsvorschriften erklärt“, berichtet ein Azubi. Ein Thema, von dem kaum einer der jugendlichen Flüchtlingen bisher etwas gehört hatte.

Für die Lehrkräfte des Berufskollegs waren vor allem die Rückmeldungen aus dem Betrieb wichtig. Wo müssen sich die jungen Männer noch verbessern? Welche Defizite stehen einer Ausbildungsfähigkeit noch im Wege? Die sieben Jugendlichen würden am liebsten direkt bei der Isola eine Ausbildung beginnen. So gut hat es ihnen im Unternehmen gefallen. Doch so einfach wird das nicht. Personalleiter Rainer Deliege, dass die deutsche Sprache das A und O sei, auch Fachvokabular, damit die potenziellen Azubis im Betrieb auch eingesetzt werden könnten. „Die Jungs sind hochmotiviert und lernen auch außerhalb des Unterrichts eifrig Deutsch“, erklärte Vera Przewloka.

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