Berufseinstiegsbegleiter betreuen Vettweißer Hauptschüler

Von: Burkhard Giesen
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Staatssekretär Thomas Rachel (4.v.r.) informierte sich an der Vettweißer Hauptschule über die Berufseinstiegsbegleitung, die auch in den kommenden Jahren finanziell abgesichert ist. Rechts Brigitte Turski, in der Mitte Schulleiterin Hannelore Böhr. Foto: Burkhard Giesen

Vettweiß. Einige der Vettweißer Hauptschüler, die in naher Zukunft ihren Abschluss machen, haben den Ausbildungsvertrag schon in der Tasche. Andere haben sich beworben und müssen demnächst zu den Vorstellungsgesprächen. Was alle eint: sie fühlen sich gut auf den Einstieg in den Beruf vorbereitet.

Das ist auch ein Verdienst von Schulleiterin Hannelore Böhr. Im Juli 2013, als die Schule ihr 40-jähriges Bestehen feiern konnte, hatte Böhr damals sehr überzeugend gesagt: „Diese Schule hat niemand verlassen, ohne zu wissen, wie es weiter geht.“ Dieses Wissen, wie es weiter geht, vermitteln aber auch die Berufseinstiegsbegleiter, die auf ausdrücklichen Wunsch von Böhr in der Schule angesiedelt wurden. Seit 2008 stellt die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) im Auftrag des Bundes diese Berufseinstiegsbegleiter in Vettweiß. Ihr Ziel: Die Jugendlichen nicht nur fit für den Übergang von Schule zu Beruf zu machen, sondern sie auch auf dem Weg zu begleiten, und zwar bis in die Ausbildung hinein.

„Es geht zum Beispiel auch darum, die Motivation in der Schulzeit zu erhöhen. Nach dem Motto: Ich will den Abschluss schaffen, weil ich eine Idee habe, was ich nach der Schule beruflich machen will“, erklärt der Dürener Bundestagsabgeordnete Thomas Rachel, der als Staatssekretär just im zuständigen Bildungsministerium tätig ist und sich am Donnerstag in Vettweiß über die Erfolge des Projektes informierte. Die wichtigste Erkenntnis: Mit Hilfe des bundesweiten Programms sind die Schüler über das Stadium der Idee weit hinaus.

Ab der 8. Klasse versuchen die Berufseinstiegsbegleiter in Zusammenarbeit mit den Lehrern die Stärken und Schwächen der Schüler zu erforschen, Fertigkeiten und Sozialverhalten einzuschätzen. Hinzu kommen Werkstatttage in überbetrieblichen Ausbildungszentren, wo die Gelegenheit besteht, in verschiedene Berufe hinein zu schnuppern.

Zwei Praktika absolvieren die Schüler in der Regel während ihrer Schulzeit. Zudem werden sie zu freiwilligen Praktika während der Ferien ermuntert. „Gerade durch freiwillige Praktika gelingt es uns, Jugendliche in Ausbildung zu vermitteln“, bekräftigt Berufseinstiegsbegleiterin Brigitte Turski von der FAW. Im Mittelpunkt der Berufseinstiegsbegleitung steht aber die individuelle Betreuung der Jugendlichen. Dafür gibt es eigene Sprechstunden; im Fall der Vettweißer Hauptschule haben die FAW-Mitarbeiter ein eigenes Büro im Schulgebäude.

Dass es die Jugendlichen nicht immer leicht auf dem Weg ins Berufsleben haben – diese Erfahrung hat auch eine Schülerin gemacht, die im Handwerk arbeiten wollte – als Maler/Lackiererin. Nicht mal einen Praktikumsplatz konnte sie ergattern, geschweige denn einen Ausbildungsplatz. „Mädchen haben nach wie vor Schwierigkeiten, Ausbildungsplätze in typischen Männerberufen zu bekommen“, berichtet Brigitte Turski. „Der Malermeister um die Ecke tut sich da noch sehr schwer, während ein großer Betrieb wie Neapco in dem Punkt sehr beispielhaft agiert.“

Die Besonderheit des Projektes ist es, dass die Betreuung mit dem Ende der Schulzeit nicht aufhört, sondern die Berufseinstiegsbegleiter die Jugendlichen auch noch im ersten halben Ausbildungsjahr betreuen. „Jeder Jugendliche kann uns auch abends oder samstags anrufen, wenn er Hilfe braucht“, erzählt Brigitte Turski. „Wir signalisieren, dass sie nicht alleine sind und versuchen ihnen Sicherheit zu geben. Vielleicht die wichtigste Erfahrung.

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