Berlinale-Plakate von Volker Noth in der Stadtbücherei

Von: nh
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Staatssekretär Thomas Rachel und Dr. Heinz Schmidt-Bachem lassen sich von Grafiker Volker Noth (v. l.) die Plakate zu den Berliner Filmfestspielen erläutern. Foto: N. Holthoff

Düren. Es ist ein „Eyecatcher” im besten Sinne: Mit seinem durchaus nicht unumstrittenen „Schrippen”-Plakat wurde Volker Noth 1977 berühmt. Über Nacht. Das angebissene Brötchen mit dem Filmstreifen als Belag sollte damals Appetit machen auf die Internationalen Filmfestspiele in Berlin.

Diesem, seinem ersten Plakat folgten weitere 23 „Blickfänger”, wobei sich der Grafiker Jahr für Jahr neu um die Plakatierung bewarb - und den Zuschlag erhielt.

Über die Hälfte der großformatigen, farbkräftigen Plakate ist momentan auf zwei Etagen der Stadtbücherei im Haus der Stadt zu bewundern - bis zum 27. März. Motto: „Wie man Filme malt - Die Berlinale im Bild”. Sie stammen aus dem „Magazin-Schatz” von Dr. Heinz Schmidt-Bachem, der sich als Kunstsammler und Papierhistoriker über die Grenzen Dürens einen Namen gemacht hat.

Nach intensivem Blick auf eine Festival-Tragetasche knüpfte der Dürener über das Festspielbüro in den 90er Jahren Kontakt zu Volker Noth. Von dem Grafiker erhielt er daraufhin die noch verfügbaren Festspielplakate.

Natürlich ziert das „Schrippen”-Plakat auch die Wände der Stadtbücherei. Ein markantes Bild - nämlich das auffällig-gelbe Motiv von den 40. Festspielen 1990 - brachte Dr. Horst Wallraff auf die Idee, einen Teil der Schmidt-Bachemschen Noth-Sammlung in der Bibliothek jetzt der Öffentlichkeit zu präsentieren, darunter markante Köpfe, Krawatte und ein Blick auf eine Leinwand.

„Umrahmt”

Ergänzt wird die Bilderschau durch drei Vitrinen, in denen Festspiel-Werbematerial wie Tragetaschen, T-Shirt, das „Auge vom Plakat 1984”, Pudelmütze sowie verschiedene Bücher, deren Einband Noth ebenfalls gestaltet hat, gezeigt wird - samt Strandkorb.

Der 1941 in Berlin geborene Künstler bekannte in der gestrigen Vernissage, er habe sich nicht immer mit seinen Lieblingsmotiven durchsetzen können: „Wir haben aber stets einen tragbaren Kompromiss gefunden.” Dass er fast 25 Jahre lang die Filmfestspiele nach außen „verkaufen” durfte, habe auch daran gelegen, dass er das jeweilige Thema, welches nicht vorschrieben war, stets von mehreren Seiten angegangen sei.

„Dabei habe ich auch gelernt, Bücher zu gestalten. Das kann süchtig machen, nicht nur Plakate!” Übrigens: Auch für das Kinderfilmfest hat Noth Bilder kreiert. Und für seine Dürener Schau, auf die er mit einem eigens entworfenen Bild aufmerksam macht.

Die jüngste Berlinale noch frisch in Erinnerung, wünscht sich Bürgermeister Paul Larue, dass möglichst viele Besucher den Weg in die Stadtbücherei finden, um die professionelle Retrospektive auf die Festspieljahre zu bewundern, denen Volker Noth eine unverwechselbare optische Identität verliehen habe.

Dr. Wallraff: „Noths Plakate - ob minimalistisch reduziert, spielerisch abstrakt oder pointiert konzentriert - spiegeln nicht nur Festival- und damit eine Kulturgeschichte des Films wider, sondern lassen eine grafische Handschrift erkennen, die längst Teil dieser Filmkultur ist.”

Übrigens: Mehrfach wurde Volker Noth ausgezeichnet - auch international.
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