Berlin, Paris, New York - und Heimbach

Von: Beate Weiler-Pranter
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Für Kilian Bauer, Katharina S
Für Kilian Bauer, Katharina Schmitz und David Klein steht fest, dass sie später ihr Geld mit Kunst und Design verdienen wollen - wie ihre Dozentin Annette Besgen (von links nach rechts). Foto: Weiler-Pranter

Schmidt/Heimbach. „Annette Hammerschmidt, Schmidt, Forsthaus”: So lautete damals die Adresse des kleinen, agilen Mädchens. Heute ist Annette Besgen in der ganzen Welt zu Hause. Als freischaffende Künstlerin pendelt sie zwischen Paris, Berlin, New York und Heimbach: Hier wirkt sie erstmals als Dozentin der Internationalen Kunstakademie.

„Hinführung zum Kunststudium” überschreibt die 53-Jährige ihr Kursprogramm, das jungen Menschen die Bewerbung an einer Universität oder Fachhochschule erleichtern soll.

Stipendium aus den USA

„Schon seit 18 Jahren biete ich solche Vorbereitungskurse an der Jugendkunstschule in Siegen an. Und 90 Prozent unserer Teilnehmer bekamen einen der begehrten Studienplätze”, zitiert Annette Besgen aus ihrer Erfolgsbilanz. Auch Heimbach setzt nun auf die Erfahrungen der Eifelerin, die mit ihren großformatigen, fotorealistischen Arbeiten Stipendien aus NRW und den USA erhielt. Ihr Erfolgsrezept für den künstlerischen Nachwuchs: „Üben, üben, üben - wie in der Musik!”

1958 geboren, erlebte Annette Hammerschmidt eine Kindheit wie im Heimatfilm. „Als Förster hat unser Vater damals den kriegszerstörten Wald entlang des Rursees wieder aufgeforstet”, erzählt die Dozentin und erinnert sich an den Riesengarten rund ums Forsthaus, die vielen Obstbäume, Schafe, Gänse und Bienenstöcke. „Von dort oben hatten wir Kinder einen kleinen Trampelpfad direkt zum See hinunter. Und die Sommer verbrachten wir am Wasser.”

Neben dem Schwimmen - „Wasserratte” Annette nahm damals an Dürener Kreismeisterschaften teil - verschrieb sich der Teenager der Kunst. Ihr Wunsch, freischaffende Künstlerin zu werden, stieß bei den Eltern jedoch auf große Skepsis. „So studierte ich halt was Solides”, berichtet die temperamentvolle Ex-Schmidterin und lacht. „Kunst fürs Lehramt. Dazu Englisch und Deutsch.” Nach dem 1. Staatsexamen widmete sich Annette Besgen aber endgültig der Malerei. In den ersten zehn Jahren konnte sie von ihrer Kunst allerdings kaum leben und musste sich mit Aushilfsjobs über Wasser halten. Mittlerweile verhandelt sie mit Galeristen in Paris und New York.

Gebannt folgten die jungen Kursteilnehmer auf Burg Hengebach den praxisorientierten Tipps ihrer Dozentin, denn Annette Besgen hat das geschafft, wovon sie noch träumen. David Klein aus Arnoldsweiler steht kurz vor dem Abitur. Danach will er Innenarchitektur studieren. „In diesem Kurs bin ich mir sicherer geworden”, bestätigt der 20-Jährige, der sich seit fünf Jahren mit Raum-Konzepten beschäftigt. Auch Kilian Bauer aus Niederzier will später künstlerisch arbeiten. „Ich habe schon früh angefangen zu zeichnen”, erzählt der 15-Jährige, während er mit leichtem Strich historische Telefone oder futuristische Autokarosserien aufs Papier zaubert. Sein Ziel: Industrie-Designer.

Katharina Schmitz aus Bad Münstereifel erarbeitet währenddessen das Abbild einer Puppe - mal mit Tusche, dann mit Bleistift. Für die 19-jährige Abiturientin steht fest: „Ich studiere Kunst.” Alle sind mit Feuereifer dabei - das erfolgreiche Vorbild von Annette Besgen vor Augen.

Inspiriert von der Begeisterung ihrer jungen Kursteilnehmer, bot die Dozentin nun spontan einen zusätzlichen „Mappen-Kurs” im Mai an. So gibt die erfolgreiche Malerin jungen, Kunst begeisterten Menschen die begleitende Unterstützung, die ihr selber früher fehlte.
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