Berzbuir - Bergehalde: Lösungsvorschlag stößt auf Widerstand

Bergehalde: Lösungsvorschlag stößt auf Widerstand

Von: Stephan Johnen
Letzte Aktualisierung:

Berzbuir. Der ewige Kreislauf soll an der Bergehalde Beythal durchbrochen werden.

Die Bezirksregierung Arnsberg als zuständige Bergbehörde plant, das schwermetallhaltige Sickerwasser, das derzeit am Fuß der Halde aufgefangen und wieder auf die Halde zurückgepumpt wird, über eine 2,6 Kilometer lange Leitung entlang der Abraumhalde und über den Berzbuirer Knipp zum Betriebsgelände der Deponie Horm zu leiten. Dort soll zunächst eine Pilotanlage das Wasser aufbereiten.

Sobald die Pilotanlage so eingestellt ist, dass das Schwermetall im Klärschlamm gebunden wird und dieser Klärschlamm als Abdichtung auf die Halde aufgetragen werden kann, soll die größere Anlage der Deponie die Aufbereitung übernehmen.

„Eine Pilotanlage ist zwingend notwendig”, erklärte Franz-Josef Chmielarczyk von der Bezirksregierung Arnsberg. „Wir wissen noch nicht, welche Zusatzstoffe notwendig sind, um später den Schlamm sicher nutzen zu können”, fuhr er bei einer Vorstellung erster Pläne im Kreishaus fort.

Für den Transport des Wassers müssten über 2,6 Kilometer Länge auf knapp einem Meter Breite drei Kunststoffrohre verlegt werden, zum Teil durch Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete. „Damit im Winter die Leitungen nicht wie bisher einfrieren, wird in 1,25 Meter Tiefe verlegt”, sagte Chmielarczyk.

Der überwiegende Teil der Leitungen werde in bereits bestehenden Wirtschaftswegen versenkt, zudem soll so weit wie möglich mit Spülbohrungen gearbeitet werden, um die Beeinträchtigungen für Flora und Fauna gering zu halten. Wo Bäume gefällt werden müssen, sollen diese wieder aufgeforstet werden. Die Kosten für Leitungen und Pilotanlage bezifferte Chmielarczyk auf rund 200.000 Euro.

Die Pläne der Bezirksregierung, die mit der Stadt Düren und der Unteren Landschaftsbehörde abgestimmt worden sind, stoßen auf Kritik. In Berzbuir hat sich die Bürgerinitiative „Berzbuirer Knipp” gebildet, die vor allem die Trassenführung bemängelt. „Ohne Einbindung der Bürger und ohne Rücksicht auf ein bestehendes Naturschutzgebiet wurde eine Trasse festgelegt, die quer durch das Naherholungsgebiet läuft”, kritisiert die BI. Die Trassenführung sei „ökologisch und ökonomisch unsinnig”, sagte Sprecher Hubert Paulus.

Alternativen seien beispielsweise eine Trassenführung vom nördlichen Haldenabschluss über die westliche Dammkrone oder gar über die Bergehalde an sich. Zudem sei der „Berzbuirer Knipp” nur die Spitze eines Buntsandsteins. Dort könne nur mit schwerem Gerät eine Trasse für Rohre gelegt werden. Der Schaden, der dabei entstehe, sei völlig unangemessen.

Franz-Josef Chmielarczyk wies die bereits bei einer Sitzung des Landschaftsbeirats geäußerte Kritik zurück. „Ich habe keine finanziellen Mittel zur Verfügung, jeder Euro muss beantragt werden”, betonte er, dass jeder Planungsschritt genau vom Landesrechnungshof kontrolliert werde.

Die geplante Trasse sei die günstigste - und aus Sicht der Bezirksregierung Arnsberg auch die vernünftigste. Die Alternativen seien bekannt, aber auch aufgrund der Besitzverhältnisse und des technischen Mehraufwands nicht realisierbar.
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