Belegungsquote des Dürener Frauenhauses gestiegen

Von: Anne Wildermann
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Petra Müller (links) und Sonja Waltl von dem Dürener Verein „Frauen helfen Frauen“ präsentierten den Jahresbericht 2016. Foto: Wildermann

Düren. Die Belegungsquote im Frauenhaus Düren ist im Jahr 2016 gestiegen. Sie lag bei gut 77 Prozent, 2015 lag sie noch bei 72 Prozent. Das geht aus dem Jahresbericht des Dürener Vereins „Frauen helfen Frauen“ für 2016 hervor, den Petra Müller, ehrenamtliches Vorstandsmitglied, und Diplom Pädagogin und Mitarbeiterin Sonja Waltl am Mittwoch in der Beratungsstelle vorgestellt haben.

Der Grund für den Anstieg der Quote: „Die betroffenen Frauen, mit oder ohne Kinder, haben sehr schwer eine günstige Mietwohnung gefunden“, erklärte Müller. Im Jahr 2015 habe es noch eine hohe Fluktuation gegeben. Häufig lehnen Vermieter die Frauen ab, weil diese von Hartz IV leben, Kinder oder einen Schufa-Eintrag haben.

„Die Vermieter haben auch Sorge, dass der gewalttätige Mann plötzlich in der Wohnung stehen und diese auseinandernehmen könnte“, sagte Müller. Aber auch die Wohnungsnot in Düren spiele eine Rolle dabei, warum Betroffene nur schwer eine günstige Wohnung finden.

Insgesamt lebten über das vergangene Jahr verteilt mehr als 27 Frauen und 16 Kinder im Frauenhaus (2015 waren es 41 Frauen und 27 Kinder). Generell bietet es Platz für acht weibliche Gäste und sieben Kinder. Unter den Bewohnerinnen waren auch Frauen, die aus anderen Kulturkreisen stammen und erst von den Mitarbeitern erfahren haben, dass sie Grundrechte in Deutschland haben, dass Gewalt gegen sie und ihre Kinder nicht normal ist, dass sie sich scheiden lassen und sie sogar juristischen Beistand beanspruchen können.

Den Verein gibt es jetzt seit 35 Jahren, 2016 feierte er Jubiläum. „1088 Frauen und 1130 Kindern konnten wir bisher helfen“, bilanzierte Waltl.

Immer wieder veranstalten die Betreuer Aktionen wie eine Frauenkleider-Tauschbörse. Mit dem Verein „Goldrute“ sind künftig Workshops zum Thema „Rechte und Pflichten von Frauen in Deutschland“ für Migrantinnen geplant.

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