Beim Spaziergang verraten und verhaftet

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Über Ungerechtigkeiten empör
Über Ungerechtigkeiten empören: Dazu riefen die israelische Künstlerin Ronith Greenberg, Autorin Neomi Naor und Ronith Greenbergs Mann in Düren auf. Sie besuchten das Stiftische Gymnasium und nutzten die Gelegenheit zu einem intensiven Gespräch mit den Schülern.

Düren. Die israelische Malerin Ronith Greenberg hat die Klasse 9c des Stiftischen Gymnasiums besucht, um mit den Schülern über die Ereignisse der Pogromnacht 1938 zu sprechen.

Mit ihrem Mann und Neomi Naor, die vor Jahren ein Buch zur Geschichte der Dürener Juden in der Zeit des Nationalsozialismus veröffentlicht hat („Erinnerung”), folgte sie einer Einladung von Geschichtslehrer Dr. Achim Jaeger in den Unterricht. Auch wenn Ronith Greenberg im heutigen Israel geboren wurde, liegen ihre familiären Wurzeln in Düren, denn der Kaufmann Josef Herz und seine Frau Rosa hatten ein Textilgeschäft an der Weierstraße.

Ronith Greenberg berichtete, dass ihre Großeltern bereits 1934 nach Köln gezogen seien und dann in die Niederlande emigrierten. In Roermond tauchten sie unter. Als sie eines Tages einen kurzen Spaziergang unternahmen, seien sie verraten und inhaftiert worden.

1944 wurden Ronith Greenbergs Großeltern nach Auschwitz deportiert und ermordet. Für sie wurden am 8. September 2007 Stolpersteine vor dem Haus Weierstraße 11 verlegt. Die Schüler führten ein intensives Gespräch mit Greenberg, die anlässlich ihres Besuches in Düren auch Erinnerungen zusammengestellt hatte, die sie den Jugendlichen vorstellte.

Mahnwache am Amtsgericht

Am Abend nahmen die Greenbergs an der Mahnwache am Amtsgericht teil. Hier hatten Schüler des St.-Angela-Gymnasiums und des Stiftischen Gymnasiums an der Rückriemstele das Programm gestaltet. Informationen über das Geschehen am 9. und 10. November 1938, den Brand der Synagoge an der Schützenstraße, Augenzeugenberichte und literarische Texte stimmten ebenso nachdenklich wie eine wortlose szenische Darstellung. Die Veranstaltung endete mit einem Aufruf zur Wachsamkeit und dem Appell, sich über Ungerechtigkeiten zu empören.
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