Bei Tempo 30 muss Düren kaum nacharbeiten

Von: Valerie Barsig
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Achtung Kinder: Das Schild weist Autofahrer auf die Schulen an der Bismarckstraße hin. Eine Tempo-30-Zone gibt es dort nicht. Foto: Barsig

Düren. Tempo-30-Zonen an Kitas, Schulen und Seniorenheimen sollen künftig ohne komplizierte bürokratische Hürden auch an Hauptstraßen eingerichtet werden können. Über eine entsprechende Verordnung von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) diskutierte am Mittwoch das Bundeskabinett in Berlin. Eine solche Änderung der Straßenverkehrsordnung würde auch Düren betreffen – zumindest ein bisschen.

Eine Tempo-30-Zone könnte auf der Bismarckstraße geprüft werden, sagt Heiner Wingels, Leiter des Tiefbauamtes Düren. Nach Schulschluss am Städtischen Rurtal-Gymnasium und an der St.-Angela-Schule strömten dort Hunderte Schüler über die Straße Richtung Innenstadt – oft ohne nach links und rechts zu blicken. „Die schauen dann auf ihr Smartphone“, sagt Wingels.

Und das mache die Situation an der Straße für die Schüler so gefährlich. Unter diesem Gesichtspunkt und auch weil die Bismarckstraße am Theodor-Heuss-Park ohnehin neu gestaltet werden soll, sei die Prüfung einer Tempo-30-Zone wahrscheinlich.

Bustaktung muss beachtet werden

„Allerdings ist eine solche Prüfung hoch komplex“, sagt Wingels. Denn die Straße, auf der jetzt Tempo 50 gilt, sei vor allem vom Busverkehr Richtung Kaiserplatz viel frequentiert. Müssten Busse auf Tempo 30 abbremsen, müsse die gesamte Taktung der Fahrten neu organisiert werden, damit sich die Busse, wie jetzt auch, alle halbe Stunde am Kaiserplatz treffen können.

Auch die Auswirkungen auf den übrigen fließenden Verkehr müssen vor der Einrichtung einer Tempo-30-Zone geprüft werden. Denn die Konsequenz dürfe nicht sein, dass Autofahrer wegen der 30er-Zone auf umliegende Wohnstraßen ausweichen.

„Eine solche Verordnung erschüttert uns aber nicht bis ins Mark“, sagt Wingels. Denn in Düren gebe es seit den 80er Jahren – wie auch NRW-weit – sogenannte Zöpel-Bäume, die die Geschwindigkeit an Schulen, die nicht auf Vorrangstraßen liegen, ohnehin auf Tempo 30 begrenzen. Viele Gebäude lägen zudem in Wohngebieten, in denen ohnehin 30er-Zone sei. Daher ist die Geschwindigkeit vor Schulen und Kitas in Düren bereits vielfach auf 30 Kilometer pro Stunde heruntergeregelt.

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