Bei „Exodus” fährt eine Harley Davidson auf die Bühne

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Vossenack. „Alles easy - alles klar?” tönt es aus den Lautsprechern der Aula im Franziskus Gymnasium Vossenack. Gino, der Pokertyp alias Gunnar Leschenar, schreitet in lässiger Pose die Bühne ab.

Hinter ihm tanzen unzählige Jugendliche. „Ist die Choreographie klar soweit?”, ruft ihnen Sandra Schleicher zu. „Bei Du hast Geld wie Heu müssen die Arme oben sein”, demonstriert die Choreographin des Musicals Exodus.

Bis Anfang September muss die moderne Fassung der Geschichte vom verlorenen Sohn sitzen, denn am 4. und 5. September, jeweils 20 Uhr, tritt das exArt-Musiktheater bei den Festspielen auf Burg Nideggen auf. Die Truppe setzt sich aus Ehemaligen und Schülern des Vossenacker Gymnasiums zusammen.

Die Anspannung auf Seiten von Sandra Schleicher und Clemens Amendt ist fast größer als die der Akteure auf der Bühne. „Letzte Woche haben wir mit den Hauptdarstellern geprobt. Vieles läuft schon richtig toll. Vor allem die Showteile”, erzählt der Regisseur, der im richtigen Leben Lehrer ist. „Aber alle können noch besser werden. Ausdrucksstärker. Die Sache auf den Punkt bringen”, fügt er hinzu. Bei Gunnar mache er sich gar keine Gedanken. Ein Naturtalent.

Währenddessen wird auf der Bühne schon die nächste Szene geprobt. Für lange Pausen ist keine Zeit. Zu „So leicht ist das Leben, egal was gestern war” vollführt die Truppe (noch) im Sport-Outfit Luftsprünge und dreht Pirouetten. „Seit Beginn der Sommerferien laufen Theaterworkshops, Übungen zu Gestik und Sprache”, berichtet Clemens Amendt. Dann springt er auf die Bühne, um die Akteure anzufeuern.

Die Pokerfreundin, Ellen Kremer, verführt gerade Gino. „Los! Mach ihn an!”, ruft Clemens Amendt. Er ist immer voll und ganz bei der Sache und erwartet ebenso viel Einsatz von den Darstellern. „Bei der Aufführung ist das eine der großen Szenen. Mit einer riesigen Lichtshow, abgefahrenen Kostümen und einer Harley Davidson, die auf die Bühne rollt”, sagt der Regisseur. Neue Bühnenbilder werden gerade in Aachen gebaut.

Auch inhaltlich gibt es einige Neuerungen. „Wir haben nicht mehr wie bisher zwei Brüder, sondern eine Schwester, die das Unternehmen der Eltern leitet. Es geht also um eine emanzipierte Frau und den Streit mit ihrem Bruder.” Daraus entwickelten sich ganz neue Pointen. „Da ist nicht viel mit Bibel. Das ist ein Stück aus dem Leben, mit einer großen Sehnsucht am Ende”, verspricht Clemens Amendt.

2005 neu inszeniert

Nach der Premiere im Jahr 1999 und Gastspielen in Hamburg, Stuttgart und Frankfurt hatte die Gruppe das Musical im Jahr 2005 wiederbelebt und neu inszeniert. Hintergrund dafür war eine Einladung, das Musical im außergewöhnlichen Mariendom zu Neviges aufzuführen.

Die Arbeit hat sich gelohnt. Das Publikum bei den Festspielen Burg Nideggen kann sich auf ein Wechselbad der Gefühle gefasst machen. Bilder, Kostüme, Requisiten und Licht sind perfekt auf Musik und Schauspiel abgestimmt. Zusammen mit den neuen Choreographien von Sandra Schleicher wird Exodus zu einem beeindruckenden Spektakel.

Ticket-Service

Das Musical wird auf Burg Nideggen am Montag, 4., und Dienstag, 5. September, jeweils um 20 Uhr aufgeführt und von der Sparkasse Düren präsentiert. Einlass ist ab 19 Uhr.

Karten für die Reihe der „Kulturinitiative im Kreis Düren e. V.” Online-Ticketshop.

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