Behelfsbrücke: CDU steht konsequent zu ihrem Nein

Von: Christoph Lammertz
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Die marode Bismarckbrücke muss erneuert werden. Am 6. Juli startet der Neubau. Die Tivolistraße bleibt dann voraussichtlich für zehn Monate gesperrt. Eine Behelfsbrücke wird nicht gebaut. Foto: Lammertz

Düren. Die CDU bleibt dabei: Der Neubau der Bismarckbrücke auf der Tivolistraße, der am 6. Juli starten soll, wird ohne Behelfsbrücke laufen.

Vor der Entscheidung in der Ratssitzung am Mittwoch erteilte CDU-Fraktionschef Karl-Albert Eßer der SPD-Forderung eine klare Absage. „Es ist aus unserer Sicht unverantwortlich, knapp 500.000 Euro in eine nur kurzfristig wirkungsvolle Baumaßnahme zu stecken. Dieses Geld investieren wir lieber langfristig in Bildung”, wiederholte Eßer die Position seiner Partei.

Von der SPD, aber auch aus der Bevölkerung in den betroffenen westlichen Stadtteilen war die Entscheidung gegen eine Behelfsbrücke zuletzt massiv kritisiert worden.

Dass mit Hilfe verkehrslenkender Mittel (unter anderem längere Grünphasen und zusätzliche Abbiegespuren auf der Ausweichstrecke Valencienner Straße/Aachener Straße) die 14.000 Fahrzeuge, die heute am Tag die Bismarckbrücke überqueren, ohne Probleme umgeleitet werden können, bezweifeln die Kritiker.

Genau das ist aber das Ergebnis einer Verkehrssimulation, die von der Stadt in Auftrag gegeben wurde. CDU-Fraktionschef Eßer spricht in diesem Zusammenhang von einem „überzeugenden Konzept”, das die Verwaltung vorgelegt habe.

Und er gibt zu bedenken, dass während der Neubauphase der Johannesbrücke vier Spuren über die Rur Richtung Innenstadt führten (zwei über die Bismarck- und zwei über die damalige Behelfsbrücke), genau wie während der kommenden Bauphase vier Spuren über die Rur führen werden - diesmal alle über die neu gebaute Johannesbrücke.

Das entscheidende Kriterium ist für Eßer aber die kurzfristige Wirkung einer Behelfsbrücke beim kommenden Neubau: Während des Brückenbaus ist die Tivolistraße eh für vier Monate gesperrt, weil dort ein 85 Jahre alter Schmutzwasserkanal, der mitten in der Straße liegt, erneuert werden muss.

„Diese beiden Maßnahmen zeitgleich durchzuführen, ist absolut richtig”, sagt Eßer. „Hätten wir sie nacheinander geplant, wäre der Aufschrei in der Bevölkerung groß gewesen.”

Von der etwa zehnmonatigen Bauphase für die neue Bismarckbrücke wäre eine Behelfsbrücke deshalb nur etwa ein halbes Jahr wirksam. Zu kurz, um aus Sicht der CDU dafür fast eine halbe Million Euro auszugeben.

„Mit dieser halben Million haben wir schon in etwa die halbe Finanzierung eines neuen Lehrschwimmbeckens in Derichsweiler stehen”, nennt der Christdemokrat ein Beispiel dafür, wie dieses Geld sinnvoller eingesetzt werden kann.

Dass von einem eventuellen Verkehrschaos betroffene Autofahrer und Anlieger das anders sehen könnten, weiß Eßer. Doch vor dem möglichen Ärger schrecke die CDU nicht zurück, sagt er: „Ich glaube, dass hinter der SPD-Kritik mehr Wahlkampf steckt als sachliche Argumentation. Das müssen und können wir aushalten.”
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