Begleitung auf dem Weg zum einbruchsicheren Haus

Von: Valerie Barsig
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Einbrecher brauchen nur wenig Zeit, um eine Tür auszuhebeln. Foto: imago/Westend61

Merzenich. Oft dauert es nur dreißig Sekunden, dann ist der Einbrecher im Haus – selbst dann, wenn Türen und Fenster verschlossen sind. „Hundertprozentig sicher geht nie“, sagt Dietmar Schorn, Kriminalhauptkommissar der Polizei in Düren. Einbrecher hemmen kann man allerdings mit vielen Tricks.

Das Netzwerk „Zuhause sicher“ der Polizei hilft dabei, Hausbesitzer und Mieter zu sensibilisieren, und berät kostenlos, wie man sein Haus möglichst einbruchssicher machen kann. Die Gemeinde Merzenich ist ab sofort als erste Gemeinde im Raum Düren Partner des Netzwerks. Am Dienstag unterzeichnete Bürgermeister Georg Gelhausen (CDU) die Beitrittserklärung. Mit Fachhandwerkern der Schutzgemeinschaft Rureifel und der Polizei will er damit einen Schritt zur Einbruchsprävention in der Gemeinde tun.

„Wir möchten als Gemeinde ein Katalysator sein“, sagt Gelhausen. Informationen bereitzustellen und Bürger beratende Ansprechpartner bei der Polizei und im Handwerk zu vermitteln, gehöre ebenso dazu wie auf Bauherren zuzugehen – zum Beispiel in Morschenich. „Wir würden den Bauherren dort gerne Informationen zur Verfügung stellen, damit sie bei der Planung ihrer Häuser den Einbruchsschutz miteinbeziehen“, sagt Gelhausen. Begonnen hat die Zusammenarbeit bereits im vergangenen Jahr mit den Sicherheitstagen, an denen bereits Handwerker für Fragen rund um einen Bau oder Umbau zur Verfügung standen.

Wer die kostenlose Beratung der Polizei in Anspruch nimmt, muss im Schnitt danach rund 3500 Euro in die Hand nehmen, um Türen und Fenster sicher umzubauen. Wer eine Plakette des Netzwerkes „Zuhause sicher“ für sein Haus haben möchte, muss alle Einbruchs-Ratschläge umsetzen, ebenso Rauchmelder installieren. „Natürlich ist das Budget eng, wenn man baut“, sagt Dietmar Schorn.

Niemand sei verpflichtet, die Vorschläge der Polizeiberatung umzusetzen – auch ein Umrüsten nach und nach sei effektiv, ebenso wie grundsätzliche Verhaltensregeln gegen Einbruch, wie zum Beispiel keine Fenster gekippt zu lassen, wenn man das Haus verlässt. „Es geht darum, mit dem Netzwerk für das Thema zu sensibilisieren“, sagt Schorn. Denn die Einbrüche sind im vergangenen Jahr gestiegen. Wurden im Kreis Düren im Jahr 2014 noch 802 Einbrüche (davon 347 versuchte Einbrüche) in Wohnungen verzeichnet, waren es im vergangenen Jahr 889 (davon 375 versuchte Einbrüche). „Ziel ist, Einbrüche schon beim Versuch scheitern zu lassen“, sagt Schorn.

Dabei helfen sollen vom Landeskriminalamt NRW gelistete Handwerksbetriebe, die ein Führungszeugnis vorweisen müssen, um Teil des „Zuhause sicher“-Netzwerks zu werden. Außerdem müssen sie Schulungen absolvieren und diese alle vier Jahre wiederholen, um im Netzwerk zu bleiben. Sie helfen dann bei der Umrüstung und dabei, das Zuhause sicherer zu machen.

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