„Bee Gees Musical“: Auf den Spuren einer Ausnahme-Band

Von: Hannes Schmitz
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Die „Italian Bee Gees“ boten in der Arena Kreis Düren eine erstklassige Show, die der Originalband durchaus das Wasser reichen konnte. Foto: Hannes Schmitz
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Vertreten wurden diese durch die ehemaligen Bandmitglieder Blue Weaver (l.) und Dennis Bryon. Foto: Hannes Schmitz

Düren. Zum Schluss war das Publikum in der Arena des Kreises Düren richtig aus dem „Häuschen“. Auf der Bühne setzten die „Italian Bee Gees“ zum furiosen musikalischen Endspurt an, nachdem sie schon über drei Stunden auf den Spuren der Originalen gewandelt waren.

Musikalisch sehr authentisch und auch optisch nahe dran an dieser Ausnahme-Band, bot „Massachusetts – das Bee Gees Musical“ ein überwiegend fantastisches Livekonzert, mit den Songs der Gibb Brüder aus über vier Jahrzehnten – eine gelungene Mischung aus Classics, akustischen Medleys und Dancefloor-Hits. Es war ein Streifzug durch die Pop-Historie mit der Bombastik der späten Sechziger („Massachusetts“), Disco- („Stayin’ Alive“) und schlagerhaftem Beatfox-Material wie „You win again“.

Die Gewinner des Abends waren die Zuschauer, die noch einmal diese Songs mit Ambitionen und Raffinesse hörten, die sich zu jeder Zeit von der Dutzendware jener Zeit abhoben.

Nervig war im ersten Teil der Show die weich gespülte Biografie des Trios, die in belanglosen Spielszenen dargestellt wurde, von Tänzerinnen, die schauspielern sollten, aber tanzen konnten, und einem „Burgherrn von „Cucumber Castle“, der alles ziemlich „vergurkte“. Wer diese Merkwürdigkeiten beiseiteschob, konnte sich fast wie in einem „Bee Gees“-Konzert fühlen. Die italienischen Brüder Walter, Davide und Pasquale Egiziano, die mit einer erstklassigen Band durch rund 50 Jahre „Bee Gees“-Geschichte rasten, boten dieses Gefühl mit ihrem unverfälschten Sound und ihrer Live-Performance. Nicht zu vergessen sind die beiden Background Sängerinnen, die nicht nur „halfen“, wenn es stimmlich in die Höhe ging bei Kopfstimmen und Falsett-Gesang. Sie präsentierten mit ihren faszinierenden Soloeinlagen Songs, die die „Bee Gees“ für große Künstlerinnen wie Celine Dion und Diana Ross komponiert hatten und lockerten das musikalische Repertoire des Musicals dadurch noch zusätzlich auf. Die beiden Sängerinnen waren in der Hommage an die „Bee Gees“ die heimlichen Stars.

Einen besonderen Clou hatte der Musical-Abend auch noch bereit. Musikalische Stargäste standen mit den langjährigen „Bee Gees“-Mitgliedern Blue Weaver (Keyboard) und Dennis Bryon (Drums) auf der Bühne. Sie zeichneten nicht nur Stationen des Ruhms der Band nach, sondern musizierten mit. Und mit Derek Blue Weaver hatte man jenen britischen Keyboarder, Songwriter und Musikproduzenten mit in der Gruppe, der als Gründungsmitglied von „Amen Corner“ und „Fair Weather“ seine ersten musikalischen Schritte tat. Schön war die Story zur Entstehung von „Saturday Night Fever“. Und als er das Intro am Keyboard intonierte, wurde es turbulent in der Arena. Alle standen und hätten am liebsten getanzt, was stellvertretend junge Tänzerinnen der Tanzschule Kettner machten.

Wer die „Bee Gees“ noch als „Zeitzeuge“ erlebte, erinnerte sich daran, dass das einstige Trio sich eher jedem Zeitgeschmack näherte, als wirklich Neues zu bringen. Nicht ohne Hintergrund gab es Brüche und Comebacks im Bandleben. Das einzige, was die Band anscheinend wirklich kreierte, war die „Saturday-Night-Fever“-Musik. Eher ein Restprodukt des alten Motown-Sound, der zum Disco Pop wurde. Ein Stil, der wie eine Lawine alles bisher da gewesene überrollte und die Disco Ära begründete.

Und in die fühlte sich das begeisterte Publikum zurückversetzt und genoss den unnachahmlichen Sound einer der spektakulärsten Bands aus der Gesangswelt der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die von den „Italian Bee Gees“ in Düren glänzend kopiert wurden.

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