Müddersheim - Bauvoranfrage: Erweiterung der Hähnchenmast?

Bauvoranfrage: Erweiterung der Hähnchenmast?

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Vier Hallen mit jeweils 40 000 Plätzen umfasst die Hähnchenmastanlage in Vettweiß. Die Grünen befürchten jetzt, dass der Betrieb noch einmal erweitert werden soll, und verweisen auf eine dem Kreis vorliegende Bauvoranfrage. Foto: Abels

Müddersheim. Die Grünen befürchten, dass die Ende 2010 nach heftigem Protest in Betrieb gegangene Anlage für die Mast von 160 000 Hähnchen nahe Müddersheim schon bald erweitert wird. „Damit droht genau das, was Bürgerinitiative, Tierschutzverbände und wir Grüne im damaligen Genehmigungsverfahren prophezeit haben“, erklärt Oliver Krischer.

Der Bundestagsabgeordnete verweist auf die Antwort des Kreises Düren auf eine Anfrage der Grünen-Kreistagsfraktion, in der Dezernent Hans Martin Steins bestätigt, dass dem Kreis eine Anfrage zur Erweiterung vorliegt, die wie schon die bereits bestehende Anlage einer immissionsschutzrechtlichen Genehmigung bedarf. „Damit droht die Agrarfabrik an der Gemeinde- und Kreisgrenze weiter zu wachsen, mit allen negativen Konsequenzen für Mensch, Tier und Umwelt“, betont Krischer.

Der Genehmigung der bestehenden Anlage vonseiten des Kreises Düren im Oktober 2009 war eine lange Auseinandersetzung zwischen den Gegnern der industriellen Massentierhaltung und dem Betreiber Baron Antonius von Geyr vorausgegangen. „Nun scheint sich die Befürchtung zu bestätigen, dass die bestehende Agrarfabrik nur der Türöffner für einen noch größeren Komplex war. Damit sind all die Beschwichtigungen aus dem Genehmigungsverfahren Schall und Rauch“, erklärt Krischer weiter. Er fordert Landrat Wolfgang Spelthahn und den Betreiber der Anlage auf, dass sie die Pläne öffentlich machen. Die Betroffenen in Vettweiß und Erftstadt müssen von Anfang an erfahren, was auf sie zukommt.“

Oliver Krischer geht davon aus, dass der Betreiber der Agrarfabrik noch Fakten schaffen möchte, bevor möglicherweise nach der Bundestagswahl im September die baurechtliche Privilegierung solcher Agrarfabriken abgeschafft werde. Es sei absurd, dass die Massentierhaltung auch noch Sonderprivilegien genieße und überall in der Landschaft genehmigt werden könne, ärgert sich der Politiker.

Die Änderung des entsprechenden Paragrafen im Baugesetz haben Grüne mehrfach im Bundestag beantragt. „Doch CDU/CSU und FDP wollen explizit den weiteren Ausbau der Massentierhaltung und haben eine Änderung des Gesetzes abgelehnt.“

Die Grünen laden für Freitag, 25. Januar, 16 Uhr, zum öffentlichen Ortstermin an der Agrarfabrik in Müddersheim ein. Mit dabei sein wird neben Krischer und der Landtagsabgeordneten Gudrun Zentis auch Friedrich Ostendorff, der agrarpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion der Grünen.

Baron von Geyr war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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