Baustelle Kultur: Ein neues Dach muss her

Von: Christoph Lammertz
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Baustellen: Parallel zu den Arbeiten am Museum laufen die Arbeiten an einer Strukturreform für das Dürener Kulturleben. Foto: Lammertz

Düren. Der Museumsanbau ist derzeit vielleicht die wichtigste Baustelle der Stadt. Und sie hat Symbolcharakter: Wie das Leopold-Hoesch-Museum steht auch die gesamte Dürener Kulturlandschaft vor einem Umbruch. Bis zu den Osterferien soll die Basis geschaffen werden für neue Organisationsstrukturen.

Ziel ist es, die einzelnen Institute besser zu verzahnen, den Dürenern und den Besuchern der Stadt „Kulturangebote aus einem Guss” zu machen, wie es Bürgermeister Paul Larue nennt. Dass es dabei natürlich auch um Einspareffekte geht, verschweigt der Bürgermeister, der in Personalunion Kulturdezernent ist, nicht.

Die Frage, wie sich die Kultur in Düren besser managen lässt, beschäftigt die Politik und die Verantwortlichen im Rathaus schon seit Jahren. Im Blick sind dabei das Hoesch- und Papiermuseum, Musikschule, Theater und Bücherei im Haus der Stadt, das Stadt- und Kreisarchiv, die VHS und Schloss Burgau.

Ein erster Anlauf, einen Eigenbetrieb Kultur zu gründen, mündete lediglich im Institut „Musik- und Verantaltungsmanagement”. Die SPD bevorzugt den Eigenbetrieb aber nach wie vor als die professionellste Form des Kulturmanagements.

„Eine schlanke Verwaltung mit kurzen Entscheidungswegen für alle Kulturinstitute. Das ist, was uns vorschwebt”, sagt Fraktionschef Henner Schmidt. Hinzu käme nach SPD-Plänen ein Kulturbüro als Schnittstelle zu den Vereinen und Initiativen, die dort professionell beraten werden sollen.

CDU-Fraktionschef Karl-Albert Eßer will sich in der Frage nach der Organisationsstruktur noch nicht festlegen. „Wir sollten zuerst über Inhalte reden und dann schauen, welche Formen zu diesen Inhalten am besten passen”, sagt Eßer.

Sein Parteifreund Paul Larue ist aber offenbar schon einen Schritt weiter. Nach seinem Zeitplan soll das Kulturmanagement in Düren Anfang 2010 neu aufgestellt sein. Dabei lautet der Arbeitstitel „Organisatorische Straffung”.

„Jedes Kulturinstitut hat heute noch eine eigene Verwaltung. Das ist nicht mehr zeitgemäß. Es gibt viele Dienstleistungen, die sich bündeln lassen”, sagt Larue. Die Zusammenlegung von Stadtbücherei und Archiv ist für ihn nur der Anfang. Weitere sollen folgen.

Dass in den kommenden Jahren gleich fünf Leiter von Dürener Kultureinrichtungen in Ruhestand gehen, macht die Sache einfacher. Denn mit der Straffung geht natürlich auch der Abbau von verantwortlichen Stellen einher.

Sonderstellung

Dennoch bleibe es für die einzelnen Institute bei einer „gehörigen Eigenständigkeit”, sagt Larue und betont zugleich, dass für das Museum aus seiner Sicht keine wie auch immer geartete Fusion in Frage kommt: „Das Hoesch-Museum hat eine besondere Bedeutung. Es findet deutschlandweit und manchmal sogar international Beachtung. Deshalb nimmt es bei unseren Überlegungen eine Sonderstellung ein.”

Ende des Monats erwartet Larue die Vorschläge einer Arbeitsgruppe, deren treibende Kraft Richard Müllejans ist (siehe auch „Zwei fragen an”). Der Leiter des Dürener Service Betriebs, vielfach gelobt für seine Verwandlung der städtischen Müllabfuhr in einen modernen und straff organisierten Eigenbetrieb, soll seine Erfahrung als Pate, wie es Larue nennt, zur Verfügung stellen.

Mit seinen Vorschlägen wird sich dann sehr schnell die Rathausspitze befassen, um sich bis zu den Osterferien auf eine Strategie zu verständigen.

Ob am Ende die Politik überhaupt noch über die Neugestaltung des Kulturmanagements entscheiden darf, hängt davon ab, welche Form Larue und seine Kollegen in der Verwaltungsspitze schließlich favorisieren: Sollte es nicht auf einen neuen Eigenbetrieb hinauslaufen, könnte der Bürgermeister mit seiner Organisationshoheit in der Stadtverwaltung alleine den Weg vorgeben.

Für SPD-Fraktionschef Schmidt wäre dies allerdings „eine Provokation des Rates”: „Das ist eine richtungsweisende Entscheidung, an der die Politik ohne Zweifel beteiligt werden muss.”
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