Merzenich - Baugrundstücke werden teurer verkauft als angedacht

Baugrundstücke werden teurer verkauft als angedacht

Von: asw
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Merzenich. Bei der Bauausschusssitzung der Gemeinde Merzenich am Donnerstagabend im Rathaus Merzenich stimmten alle Mitglieder einstimmig für spezielle Vergabekriterien, die künftige Häuslebauer erfüllen müssen, wenn sie sich auf dem Gebiet C24a, das nördlich des Merz-Parks liegt, niederlassen.

Interessierte, die Wurzeln in Merzenich haben, in dem Ort noch wohnen oder beispielsweise aufgrund des Jobs oder wegen des Studiums weggezogen sind, werden vorrangig behandelt (20 Punkte). Des Weiteren dürfen sie kein Baugrundstück besitzen und auch keine Immobilien, sondern wohnen klassisch zur Miete oder noch bei den Eltern (zehn Punkte).

Außerdem haben diejenigen gute Chancen, die Kinder haben, die auch im Haushalt wohnen und unter 18 Jahre alt sind (pro Kind sechs Punkte). Wer seinen Arbeitgeber in der Gemeinde hat oder sein Gewerbe, wird ebenfalls bevorzugt behandelt (fünf Punkte).

Allerdings hat die Verwaltung bisher nicht konkretisiert, wie Arbeitnehmer behandelt werden, die vorwiegend von zu Hause aus arbeiten (Home Office) und deren Arbeitgeber ihren Sitz beispielsweise in Düsseldorf oder München haben. Laut Michael Breuer, SPD-Fraktionsvorsitzender, müsse die Verwaltung Spielräume schaffen.

Bezüglich des Verkaufspreises für die Grundstücke stimmten acht Ausschussmitglieder für 190 Euro pro Quadratmeter und die vier Ausschussmitglieder der SPD-Fraktion dagegen. Im Haushaltsentwurf waren 160 Euro pro Quadratmeter angedacht. „Unser Einsatz zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum fängt für uns genau hier an“, sagte Breuer und monierte, dass die Gemeinde auf der einen Seite junge Familien aus Merzenich bevorzugen will, und dass die Betroffenen auf der anderen Seite tief in die Tasche greifen müssen. Das Maximum für die SPD-Fraktion lag bei 175 Euro pro Quadratmeter.

Das Grundstück, um das es sich handelt, ist insgesamt 8000 Quadratmeter groß (inklusive Straßen). 6500 Quadratmeter stehen zum Verkauf, auf dieser Fläche sollen 13 Grundstücke á 500 Quadratmeter entstehen. Letztlich zahlt jeder Häuslebauer 95 000 Euro für ein „nacktes Stück Erde“ wie Breuer sagte. Ein Gewinn von über eine Million Euro für die Gemeinde. „Die goldene Mitte wäre bei 175 Euro pro Quadratmeter gewesen“, sagte Breuer. Ein Gewinn für den Haushalt und die Häuslebauer.

„Dass die Gemeinde eine Rendite von etwa 50 Prozent macht, geschieht nach unserer Ansicht auf Kosten von jungen Familien. Es wird schwer, den Traum vom Eigenheim zu realisieren.“

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