Bauchspeicheldrüse: Ein kleines Organ, das große Probleme auslösen kann

Von: Leandra Kubiak
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Über ein nicht zu unterschätzendes Organ – die Bauchspeicheldrüse – sprach Dr. Thomas Heyer im Marien-Hospital. Foto: Leandra Kubiak

Düren. Eine Erkenntnis haben wohl alle mit nach Hause genommen, die am Donnerstagabend das „Forum Medizin“ im Birkesdorfer St. Marien-Hospital besucht haben: Eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse sollte nicht unterschätzt werden. Und die Zahl der Betroffenen in Düren ist nicht unerheblich: 100 bis 150 Menschen erkranken hier pro Jahr neu an einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung.

Rund 90 Besucher waren der Einladung von Dürener Zeitung, AOK und Marien-Hospital gefolgt und lauschten den Vorträgen von Mediziner Dr. Thomas Heyer und der Ernährungswissenschaftlerin Johanna Braunshausen. Moderiert wurde die Veranstaltung von DZ-Redakteurin Anne Stephanie Wildermann.

Wer an einer akuten Entzündung der Bauchspeicheldrüse leide, erkenne das meist an Schmerzen im Oberbauch, die oft auch in den seitlichen Bauch und bis in den Rücken hineinziehen, erklärte der Chefarzt für Innere Medizin des Krankenhauses und Facharzt für Magen-Darm. Äußerst unangenehm sei das.

Die häufigste Ursache: Eingeklemmte Gallensteine, die verhindern, dass Enzyme, die in der Bauchspeicheldrüse gebildet werden, in den Darm fließen können. Die Öffnung zum Darm, die sich die Drüse mit der Leber teilt, ist sozusagen verstopft. Die Folge: Die Verdauungsenzyme verbleiben in der Bauchspeicheldrüse und können das Organ angreifen und zerstören.

Eine solche Entzündung kann schwerwiegende Folgen haben. Sie kann zu einem Nierenversagen, zu Lungenbeschwerden und schließlich sogar zum Herzversagen, und somit zum Tod führen. „Eine akute Entzündung sollte deshalb immer im Krankenhaus behandelt werden“, sagte Heyer. Eine Verschlechterung des Zustands könne sehr plötzlich eintreten, der Patient sollte daher beobachtet werden.

Anders als bei der akuten Entzündung, bei der das Organ anschwillen und schließlich auch absterben kann, verkümmert die Bauchspeicheldrüse bei einer chronischen Entzündung langsam. Die häufigste Ursache der chronischen Entzündung ist Alkohol-Konsum. „Etwa 85 Prozent der Betroffenen trinken zu viel Alkohol“, machte der Arzt deutlich.

Die chronische Entzündung führe bei einem Drittel der Patienten zur Berufsunfähigkeit und könne auch zum Tod führen, zum Beispiel durch ein Karzinom, also Krebs. Auch Diabetes und Gelbsucht seien häufige Folgen, erklärte Heyer. Behandelt werden kann die chronische Erkrankung oftmals nur mit einer Schmerztherapie. Helfen könne aber auch die Einnahme von Verdauungsenzymen. Ganz wichtig sei in jedem Fall: Der Patient dürfe keinen Alkohol mehr trinken.

Ökotrophologin Johanna Braunshausen machte deutlich, dass es nicht nur auf einen maßvollen Alkoholkonsum ankommt, sondern auch auf eine grundsätzlich ausgewogene Ernährung. Jede Mahlzeit bedeute für die Bauchspeicheldrüse Arbeit, da sie für die Verdauung entsprechende Enzyme produzieren müsse, erklärte sie. Der Verzehr von sogenanntem Mehrfachzucker, also beispielsweise Kartoffeln und Vollkornprodukten, erleichtere dem Organ die Arbeit, da es mehr Zeit habe, die nötigen Enzyme herzustellen.

Sinnvoll sei daher vollwertige Nahrung, viel Obst und Gemüse, viel Flüssigkeit und möglichst wenig Fett und Fast Food.

Im Anschluss an die Vorträge hatten die Besucher die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Viele erkundigten sich danach, ob ihre Verdauungsprobleme ein Anzeichen für eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse sein könnten. Dr. Thomas Heyer empfahl hier: „Erst einmal den Darm untersuchen lassen!“ Die häufigste Ursache für Blähungen und Durchfälle seien schließlich ein Reizdarmsyndrom oder andere Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Allen, die Fälle von Bauchspeicheldrüsenkrebs in der Familie hatten, riet er allerdings, sich selbst einmal untersuchen zu lassen.

Ob eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse vorliegt, kann mithilfe eines Ultraschalls, einer Endoskopie, eines CT oder eines MRT untersucht werden. Auch eine Untersuchung des Stuhls oder des Blutes kann Aufschluss darüber geben.

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