Düren - Bauchspeicheldrüse: das vergessene Organ

Bauchspeicheldrüse: das vergessene Organ

Von: Anne Wildermann
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Dr. Thomas Heyer, Chefarzt am St. Marien-Hospital, wird beim „Forum Medizin“ am 16. Februar über chronische und akute Entzündungen der Bauchspeicheldrüse reden. Wie das Organ (gelb gefärbt, Nummer vier) aussieht, erkennt man auf dem Schaubild. Foto: Wildermann
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Ernährungswissenschaftlerin Johanna Braunshausen.

Düren. Sie liegt ein wenig versteckt und wird von anderen Organen wie Magen, Dick- und Zwölffingerdarm verdeckt: die Bauchspeicheldrüse. Da sie sonst stiefmütterlich behandelt wird und auch der Mensch ihr wenig Beachtung schenkt, wird sie beim kostenlosen „Forum Medizin“ unserer Zeitung in Kooperation mit dem St. Marien-Hospital Birkesdorf und der Krankenkasse AOK am Donnerstag, 16. Februar, in den Fokus gestellt.

Experten wie Dr. Thomas Heyer (54), Chefarzt für Innere Medizin und Facharzt für Magen-Darm des Krankenhauses, und Johanna Braunshausen (28), Ernährungswissenschaftlerin der Gesundheits GmbH Deutschland, ein Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen im Gesundheitsbereich, informieren über Erkrankungen des Organs und die richtige Ernährung, um es zu schützen. Beginn der Veranstaltung ist um 18 Uhr im Pflegezentrum des Marien-Hospitals (Eingang gegenüber der Kinderklinik). Im Anschluss stehen die Referenten für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung.

„Die meisten denken bei der Bauchspeicheldrüse an die Produktion von Insulin beziehungsweise an Diabetes. Das ist aber zu kurz gedacht“, sagt Thomas Heyer. Das Organ, das zwischen 14 bis 18 Zentimeter groß ist und zwischen 70 und 100 Gramm wiegt, ist auch für die Produktion von Enzymen, die für die Verdauung eine wichtige Rolle spielen, zuständig.

Entzündungen an der Bauchspeicheldrüse können aufgrund von exzessiven Alkohol- und Nikotinkonsum entstehen. „Je mehr Alkohol und Zigaretten zu sich genommen werden, desto höher ist die Gefahr einer Bauchspeicheldrüsenentzündung“, erklärt der Arzt. Bei den Entzündungen unterscheiden Mediziner zwischen akut und chronisch. Unterschiede gibt es im Verlauf, in der Prognose und in der Ursache. Chronische Entzündungen können auch zu Krebs führen.

Die häufigste Ursache einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung sind Gallensteine, die in den Gallenwegen vor dem gemeinsamen Ausgang mit der Bauchspeicheldrüse im Darm stecken bleiben. Das Sekret der Bauchspeicheldrüse kann nicht mehr abfließen Das Problem: Das enzymhaltige Sekret zersetzt dann die Bauchspeicheldrüse und schadet sich damit selbst. Typischerweise treten dann koliken-artige Bauchschmerzen auf, die gürtelförmig in den Rücken ziehen.

Damit es erst gar nicht soweit kommt, empfiehlt Johanna Braunshausen „auf eine vollwertige, fettarme und gesunde Ernährung zu achten“. Alkohol und Zigaretten sollten vermieden, zumindest nicht exzessiv konsumiert werden. „Auch Fast Food sollte man in Maßen essen“, sagt die Ökotrophologin.

Regelmäßige Bewegungen wie spazieren gehen, auch vor den Mahlzeiten, seien laut der Experten gut. „Das regt den Appetit an.“ Zu viele Produkte aus Weißmehl wie Kuchen, Torten und Kekse sollten nicht jeden Tag auf den Teller kommen. „Wer bei Oma zum Kuchenessen eingeladen ist, sollte dann auch nicht ablehnen. Einmal ist kein Problem, wenn ich mich den Rest der Woche ausgewogen ernähre.“

Haben Sie noch Fragen oder wollen mehr rund um das Thema Bauchspeicheldrüse wissen? Dann kommen Sie am Donnerstag, 16. Februar, 18 Uhr zu unserem „Forum Medizin“. Der Eintritt ist frei.

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