Bauarbeiten und noch kein Ende in Sicht

Von: Bruno Elberfeld
Letzte Aktualisierung:

Abenden. „Wir sind eigentlich gutmütige Menschen”, sagt Els Andersch, die mit ihrem Mann Ulrich das Hotel und Restaurant „Haus Mühlbach” in Nideggen-Abenden leitet. „Aber wenn es an unsere wirtschaftliche Substanz geht, müssen wir uns wehren.”

Seit Anfang März wird die Landstraße 249 zwischen Blens und Hausen saniert. Die Straße soll künftig breiter, komfortabler und sicherer sein. Das (wirtschaftliche) Problem aus Sicht der Anlieger: Die Straße ist voraussichtlich noch bis März 2010 vollständig gesperrt.

Ende nicht in Sicht

Ein früheres Ende der Bauarbeiten ist nicht in Sicht. Dass an dem mit 1262 Metern recht überschaubaren Stück überhaupt so lange gearbeitet wird, liegt daran, dass der Boden ausgetauscht werden musste.

Die alte Trasse war stellenweise im wahrsten Sinne des Wortes in Schwimmen geraten, eine Reparatur war unmöglich. „Wir liegen im Zeitplan”, sagt Projektleiter Arnd Meyer vom Landesbetrieb Straßen NRW. „Niemand kann sagen, wie der Winter wird”, fügt Meyer hinzu. Er rechne aber mit einem planmäßigen Bauende.

Die Vollsperrung zwischen den Stadtteilen Blens und Hausen bleibt jedoch bis März 2010 bestehen. Schilder in Nideggen und in Heimbach weisen auf die Sperrung hin, verkünden in schwarzen Lettern, dass Abenden und Blens frei sind.

Umleitungsschilder führen über Wollersheim und Hergarten nach Heimbach und zurück. Potenzielle Touristen, Kunden und Besucher würden so im Zweifelsfall um Abenden und Hausen vorbeigeführt, monieren die gewerbetreibenden Bewohner.

„In den ersten Monaten hatten wir einen Einbruch von 70 Prozent und mehr - sowohl bei den Umsätzen im Restaurant als auch bei den Übernachtungen im Hotel”, klagt Ulrich Andersch.

Zurzeit sind es noch bis zu 35 Prozent der Gäste, die den Weg nach Abenden nicht mehr finden. Der Rückgang von 70 auf 35 Prozent sei auf ein selbst angefertigtes, weiß-rot leuchtendes Schild neben dem Umleitungsschild zurückzuführen.

Es weist in Nideggen darauf hin, dass die Zufahrt bis Abenden frei ist und das Cafe Jansen und das Hotel-Restaurant Haus Mühlbach zu erreichen sind.

Bis die offizielle Genehmigung für das private Schild durch war, mussten viele Behörden von seiner Notwendigkeit überzeugt werden. Die Umleitungsschilder verwirrten besonders in der Dämmerung und in der Dunkelheit. Nach Aussagen von Gästen sehen diese nur „Sperrung” und „Umleitung”.

Die anderen Schilder werden im Vorbeifahren oft nicht wahrgenommen. So fahren sie brav über Wollersheim und Hergarten nach Heimbach, suchen von dort aus einen Weg nach Abenden.

In Heimbach stehen aber die gleichen, offenbar irritierenden Schilder. Viele Gäste bleiben nach Aussage der Betreiber auch in der „Blenser Bauernstube” und im „Cafestübchen Hausener Burg” weg.

Zwischen Blens und Hausen gibt es eine schmale Straße, die von Ortskundigen und dem Schulbus genutzt wird. Ansonsten ist die Durchfahrt verboten.

Dass sich Blenser Einwohner über den zusätzlichen Verkehr kaum freuen, können die Gastronomen zwar verstehen.

Es müsste jedoch auch Verständnis für ihre Situation geben, finden die Gastronomen. Und Eleonore Gilles vom Cafestübchen Hausener Burg, fügt hinzu: „Blens ist ein schöner Ort. Dass der Ort so schön ist, dazu haben auch die Steuergelder der ganzen Stadt Heimbach beigetragen.”

Deshalb müssten unangenehme Lasten auch auf alle Schultern verteilt werden. Sie plädiert für eine gemäßigte Umleitung über die kleine Straße zwischen Blens und Hausen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert