„Battle Time“: Hip-Hop-Wettbewerb für Jugendliche

Von: Julian Loevenich
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Eine Plattform für Jugendliche: Bei „Battle Time Vol. 4“, organisiert vom Arbeitskreis Jugendschutz, können die Jugendlichen tanzen, singen oder einfach nur zuhören. Foto: Julian Loevenich

Düren. Die Kunst hat schon vielen geholfen, übermächtigen Gefühlsausuferungen Herr zu werden. Auf welchem Gebiet, scheint dabei egal zu sein. Ob Musik, ob Tanz, oder Malerei spielt keine Rolle. Jetzt versuchten sich in Düren die Hip Hopper.

 „Battle Time Vol. 4“ nannte sich die vom Arbeitskreis Jugendschutz Düren aufgestellte Veranstaltung, die bereits erfolgreich im vierten Jahr läuft. In den Räumen des Multi-Kulti versammelten sich all diejenigen, die der Musik des Sprechgesangs und den oftmals elektronisch produzierten Klängen frönen.

Auftritt vor einer Jury

„Früher gab es so etwas in Düren nicht“, erinnert sich Sascha. Als „Ill anger“ ist er seit zehn Jahren im Hip Hop unterwegs und weiß um die Bedeutung einer solchen Veranstaltung – gerade in Düren. „Es ist wichtig, den Jugendlichen hier eine Plattform zu geben, auf der sie sich präsentieren können.“

Ab 14 Jahren konnte jeder dabei sein, für zwei Euro Eintritt. „Die Jugendlichen können dann entweder tanzen oder singen oder einfach nur zuhören“, erklärt Simone Schneider vom Arbeitskreis Jugendschutz.

Christian aus Düren zeigte sich mit Gesang, genauer gesagt in der Kategorie „Singer Songwriter“. Dafür musste er vor einer Jury eigene Lieder präsentieren. „Heute“, so der 21-Jährige, „hat meine verstorbene Mutter Geburtstag, und ihr zu Ehren habe ich ein Stück geschrieben.“ Auch die Dürener Gruppen „Voice“, „Mic el eska“ und „Sikkko muzic“ traten zwischen den Wettkämpfen auf. „Fäkal-Rap“, so sagen die Verantwortlichen, aber bliebe bei der Veranstaltung außen vor.

„Es geht nicht darum, sich zu beschimpfen, sondern zum Nachdenken anzuregen“, so „Ill anger“. Sabine Kieven sagt, in den Battles, in denen zwei Jugendliche gegeneinander singen, gehe es schon mal härter zur Sache, „aber nicht unter die Gürtellinie.“ Ganz ohne Wortgefechte hingegen kamen die Tänzer aus. Im „Free Dance“ duellierten sie sich zum Rhythmus der Musik. Luis (18), Mattias (14) und Andi (17) waren drei der angereisten Tänzer. „So ein Tanz Battle ist unheimlich gut für die Erfahrung“, erzählt Luis.

Jeder hatte dabei zwei Runden, in denen er gegenüber seinem Kontrahenten sein Können behaupten musste. „Manche tanzen dann einfach das, was ihnen gerade einfällt, einfach frei raus. Und ich zum Beispiel habe bestimmte Kombis, die ich zusammenpacke“, erklärt Luis das Vorgehen. Die einzige Angst bei alldem sei, so Matthias, dass man sich blamiere. „Aber eigentlich ist es hier ganz locker, jeder kennt jeden“, fügt Andi hinzu.

Normalerweise fahren die drei zu Turnieren in benachbarte Großstädte oder ins Ausland. Gerade deswegen, da sind sich die drei einig, sei eine Veranstaltung wie die im evangelischen Jugendzentrum Multi-Kulti ganz besonders wichtig in Düren. Und auch wenn der Zuspruch in diesem Jahr unter den Erwartungen blieb, ist sich Schneider sicher: „Im nächsten Jahr wird es wieder so ein Turnier geben.“

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