Düren - Barbara Ruscher im „Komm“: Fischstäbchen erklärt die Welt

Barbara Ruscher im „Komm“: Fischstäbchen erklärt die Welt

Von: Bruno Elberfeld
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Barbara Ruscher liest aus dem Blog-Tagebuch eines Babys. Foto: Bruno Elberfeld

Düren. Bevor die komödiantische Kabarettistin Barbara Ruscher zum Kern ihrer Botschaften kommt, erklärt sie dem Publikum im Dürener „Komm“-Zentrum, was ein Fischstäbchen ist, woher es stammt und dass in Deutschland laut einer Statistik 1,8 Milliarden Fischstäbchen jährlich verspeist werden – die meisten übrigens nicht von Kindern, sondern von Männern. Fischstäbchen paniert, versteht sich, sind für Ruscher auch gar nicht so übel.

Übelkeit könne zwar hier und da aufkommen, doch seien sie allemal besser, so die Entertainerin, als ein Sushistückchen, hinter dem man an einer vorbeilaufenden Theke her sein müsse, um es zu ergattern, sonst sei das rohe Fischteilchen schon beim nächsten Thekenhocker gelandet.

Günther weiß Bescheid

Für ihr Programm hat Barbara Ruscher, vielen Menschen bekannt durch Fernsehauftritte in „Ottis Schlachthof“, „Nightwash“, „Ladies Night“ und „Zimmer frei“, ein „Fischstäbchen, falsch paniert“ ausgesucht. Dieses außergewöhnliche Geschöpf ist für sie das, worauf sie sich verlassen kann. Sie hat es Günther getauft. Und mit Günther tritt sie im Laufe des Abends immer wieder in einen Dialog ein, wenn es gilt die Welt zu deuten, zu erklären, was da sozial und politisch falsch läuft. So erzählt Günther zum Beispiel singend, begleitet von Klaviermusik, seinen Werdegang vom Seelachs zum panierten Stäbchen in der Pfanne. „Günther sieht übrigens aus“, beschreibt Barbara Ruscher ihren Gesprächspartner, „wie Heidi Klum nach der vierten Schwangerschaft.“

Schon sehr früh nimmt die Kabarettistin Kontakt zum Publikum auf. Ein Mann vorne rechts ist ihr Opfer. „Dominik, ich darf Dich doch duzen?“, fragt sie den Gast aus Langerwehe, der nicht unbedingt zu den Dürenern im Sälchen gezählt werden möchte. Dominik und den anderen Gästen – das „Komm“-Zentrum ist bis auf wenige Plätze vollbesetzt – erzählt Ruscher von sich selbst. Sie wohnt in Köln-Sülz, einem Nobelviertel, wo die Leute sich wohl „Störche als Haustiere halten“, denn wo sollen sonst die vielen Kinder herkommen? Die Eltern dieser Kinder sind Öko-Eltern mit kernsanierten Altbauten. Im Viertel klingen die klassischen Instrumente wie Klavier und Geige. Gespräche der Berufsmütter sind höchst interessant.

„Mein Sören-Wotan kann schon sprechen“, verrät eine Mutter auf dem Spielplatz. Sören-Wotan ist ein halbes Jahr alt und somit ein Wunderkind. Barbara Ruscher nimmt sie auf die Schippe, die Leute, die „Weckmänner mit Migrationshintergrund“ kaufen.

Kreative Wortschöpfungen

An den Ökos, den Ministerinnen Ursula von der Leyen und Christina Schröder sowie an Seehofers Betreuungsgeld und Berichten über das Sexualleben des Borstenhörnchens lässt sie ihre Sprachbegabung aus. Sitzend am Klavier, bringt sie kreative Wortschöpfungen, sehr intelligent, mit einem sozialkritischen Touch, begleitet von einer großen Portion Humor und Witz – Wahrheiten sehr charmant verpackt.

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