BAP: Ein Abend mit lauter liebsten Liedern

Von: Sandra Kinkel
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Wolfgang Niedecken und BAP sorgten in der ausverkauften Arena Kreis Düren für jede Menge Gänsehautmomente. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Es war ein Abend voller Emotionen, voller Gänsehautmomente und voller Kölsch-Rock, wie man ihn sich besser nicht vorstellen kann: Wolfgang Niedecken und BAP feiern in diesem Jahr das 40-jährige Bestehen der Band mit der Tournee „Lebenslänglich“ mit lauter „liebsten Liedern“ – und über 2000 Menschen in der restlos ausverkauften Arena Kreis Düren feierten mit.

 Über drei Stunden (ohne Pause) dauerte die Party.

„Nur ein Angebot“

Wie immer war die Arena bestuhlt, aber kaum war der erste Ton von „Frau, ich freu mich“ gespielt, sprangen die Menschen auf, klatschten, jubelten Niedecken zu. Der freute sich ganz offensichtlich über so viel Zuneigung und Sympathie, lächelte seinen Fans zu. Der Sänger strahlte richtig. „Das mit dem Sitzen ist nur ein Angebot“, rief er den Menschen lachend zu. „Ihr müsst das nicht annehmen.“

An Düren, erzählte Niedecken seinen Fans, die aus ganz NRW in die Arena gekommen sind, habe er nur die besten Erinnerungen. „Und das liegt ganz sicher nicht nur daran, dass einer unserer Fußball-Götter, nämlich Toni Schumacher, von hier kommt. Ihr seid ein ganz fantastisches Publikum.“ Fantastisch war aber auch die Band mit Multi-Instrumentalistin Anne de Wolf, Sönke Reich (Percussion), Ulrich Rode (Gitarre), Michael Nass (Klavier, Keybard, Akkordeon) und Werner Kopal (Bass).

Songs wie „Fortsetzung folgt“, mit dem Niedecken an seinen Besuch bei „Wetten dass...“ erinnert („Thomas Gottschalk ist nach unserem Auftritt zu uns gekommen und hat sich selbst interviewt. Das war schön.“), „Für ‘ne Moment“ („Das ist meine Visitenkarten, ein Lied über meine Stadt, meine Sprache“), und „Alles relativ“ („Das ist ein Lied vom Erwachsenwerden, quasi eine Autobiografie in acht Strophen. Warum acht, weiß ich gar nicht. Ich werde doch erst 70“), animierten das Publikum zum Mitklatschen, Mittanzen und Mitsingen. Und das Dürener Publikum erwies sich als äußerst textsicher.

Als Niedecken seine Fans bat, sich für „vier schöne Liebeslieder“ einfach einmal hinzusetzen, kamen die Menschen dieser Aufforderung nur unwillig nach, plötzlich wurde es aber ganz still, unzählige Handylampen gingen an, und 2000 Menschen sangen „Jraaduss“, „Paar Daach fröher“, „Alles im Lot“ und „Do kanns zaubre“, das Lied, das Niedecken zuletzt für die Fernsehsendung „Sing meinen Song“ mit Nena gesungen hat. „Düren, Ihr seid so romantisch! Bei unserem Konzert am Samstag in Köln habe ich geträumt, dass Nena mit mir gesungen hat“, rief Niedecken seinen Fans zu. Heute träume ich, dass 2000 Fans mit mir singen.“ Beide Träume waren übrigens Realität.

Viele der Songs, die BAP und Niedecken am Freitagabend gespielt haben, sind schon über 30 Jahre alt, seine politischen Texte von „Kristallnaach“ und „Arsch huh“ haben nichts an Aktualität verloren. Und auch bei neuen Songs wie „Vision von Europa“, einem Lied über zwei Brüder, die aus Afrika nach Europa wollen, gehen die Texte unter die Haut. Die beiden Männer sind auf der Suche nach Würde und Respekt und sterben am Ende auf einem Flüchtlingsboot irgendwo in der Meerenge von Gibraltar.

Oder „Absurdistan“, übrigens das einzige Lied, das Niedecken auf Hochdeutsch gesungen hat („Der Text ist einfach zu ernst“), bei dem es um Inflation, Gotteskrieger und Korruption geht: Auch nach 40 Jahren BAP verstand es der Sänger immer noch, den Finger in die Wunde zu legen, genau dahin, wo es am meisten wehtut.

Die Menschen in der Arena waren begeistert – von toller Musik, Musikern, denen man abnimmt, dass sie nichts lieber tun, als live auf einer Bühne zu rocken, und Texten, über die man ab und zu auch einmal nachdenken musste. Mit „Et leetzte Leed“ verabschiedete sich BAP aus Düren – besser und passender kann ein Konzert nicht enden.

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