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Bankdaten ausgespäht: Haft für 30-jährige Frau

Von: hp
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Kreis Düren. Die Taten hatten immer dasselbe „Strickmuster“ und die Opfer waren ausnahmslos ältere Mitbürger: Beim Geldabheben an Automaten wurden sie von drei Bulgaren beobachtet, die auf diese Art und Weise zunächst die Bankdaten und die Geheimzahl PIN ausspähten.

Kurze Zeit später dann gelang es den Tätern, ihren Opfern Portemonnaie und vor allem die Kundenkarte ihrer Bank oder Sparkasse zu stehlen. Im dritten Schritt bediente sich das Trio dann direkt am Geldautomaten und plünderte mit unterschiedlichen Summen die Konten der Geschädigten. Mit Blick auf Vorgehensweise und wehr- und arglosen Opfer sprachen die Beteiligten unisono von „verwerflichen Taten“.

Vor dem Dürener Schöffengericht musste sich am Dienstag eine 30 Jahre als Frau verantworten. Mithilfe einer Dolmetscherin gab die Angeklagte, die aus der Untersuchungshaft dem Gericht vorgeführt wurde, ihre Beteiligung an insgesamt sechs Taten zu. An zwei weitere könne sie sich nicht erinnern.

In diesem Fall sagte ein ebenfalls 30-jähriger Landsmann und Freund der Angeklagten aus. Da dieser bereits verurteilt und inhaftiert ist, wurde er als Zeuge ebenfalls vorgeführt. Es galt zu klären, ob die Angeklagte an einer Tat am Dürener Markt beteiligt war. Der Mann bestätigte zwar die Anwesenheit der Frau, jedoch habe er die Tat selbst alleine verübt. Allerdings habe er die Beute, wie auch in allen anderen Fällen, mit den beiden Komplizinnen geteilt.

Finanzierung des Rückfahrtickets?

Eigentlich wären sie mit dem Wunsch auf einen Job von Bulgarien nach Deutschland gereist, um ihre Familien in der Heimat finanziell zu unterstützen. Zunächst seien sie mit einem Bus nach Duisburg gekommen. Der Mann gab an, eine Tätigkeit als Hilfsarbeiter auf dem Bau gefunden, aber kein Geld bekommen zu haben. Die beiden Frauen hätten, so die Angeklagte, überhaupt keine Arbeit gefunden. Da sei ihnen die Idee gekommen, um mit Diebstählen das Geld für die Rückfahrt zu besorgen.

Bei einem Fahrtpreis von 50 Euro pro Person hätte das Trio relativ schnell zurück in die Heimat gekonnt. Deshalb bohrten die Prozessbeteiligten nach. Denn in einem besonders dreisten Fall hatten die Diebe in Jülich zugeschlagen. Nachdem sie die Bankdaten einer Seniorin ausgespäht hatten, stahlen sie ihrem Opfer in einem Kaufhaus die Geldbörse mit Ausweisen, Papieren und Bankkarte. Da sie mittlerweile die PIN-Nummer kannten, hoben sie innerhalb weniger Minuten fünfmal Geld ab – insgesamt 1775 Euro. Ein weiterer Versuch scheiterte, weil das Limit überschritten war.

Das Gericht unter Vorsitz von Richter Peter Lüttgen verurteilte die 30-Jährige wegen Diebstahls in fünf Fällen und Computerbetrugs in drei Fällen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft hatte sogar auf drei Jahre plädiert.

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