Schmidt - Bands aus dem In- und Ausland rocken beim Tollrock-Festival

Bands aus dem In- und Ausland rocken beim Tollrock-Festival

Von: Gudrun Klinkhammer
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Das Tollrockfestival in Schmidt lockte am Wochenende rund 4000 Besucher in die Eifel. Foto: Gudrun Klinkhammer
Toll-Rock
Das Tollrockfestival in Schmidt lockte am Wochenende rund 4000 Besucher in die Eifel. Foto: Gudrun Klinkhammer

Schmidt. Hoch über dem Rursee ging am Wochenende die Post ab. Die Wasseroberfläche vor Eschauel schien sich aufgrund der mächtigen Basslinien, die wie eine frische Brise in Böen immer wieder über den See wehten, kräftig zu kräuseln. Das „Tollrock-Festival“, inzwischen auch bekannt als „Wacken der Eifel“, lockte 4700 Zuschauer.

Sowohl am Freitag als auch am Samstag rockten bis tief in die Nacht hinein namhafte Cover-Bands aus dem In- und Ausland sowie Nachwuchsgruppen aus Deutschland die große Bühne. Am Freitagabend dominierte etwa die englische Band „Four Fighters“ das Spiel, eine Coverband der amerikanischen Rockband „Foo Fighters“. Thrash-Metal (thrash: dreschen) entstand Anfang der 1980er Jahre und gilt als die Basis weiterer extremer Stile wie Black- oder Death-Metal. Wichtig bei jedem dieser Stile neben dem „Big-Bass“: die Gitarre als Feuerwerkszünder schroffer Melodien und das Schlagzeug als Rhythmusmaschine. Es muss richtig krachen.

Am Samstagnachmittag traten vier Nachwuchsbands im Wettbewerb auf, darunter „Ape Shack!“ aus Kreuzau. Mit ihrem melodischen Alternativ- beziehungsweise Indie-Rock holten sich Marvin „Melle“ Roitsch (Leadgitarre, Gesang), André „Ede“ Roitsch (Bass) und Jan Deisler (Schlagzeug) zwar nicht den ersten Platz, dennoch erfüllten sie sich einen langgehegten Traum und ernteten viel Anerkennung. André Roitsch: „2012 haben wir uns gegründet, und da hatten wir ein großes Ziel vor Augen: Wir wollten auf der Tollrock-Bühne spielen, das Größte, das einem hier in der ganzen Region als Band passieren kann.“ Zehn Titel spielte das Trio, darunter gecoverte Stücke und eigene Songs. Die Hard-Rock-Gruppe „RedNight“ aus Herzogenrath holte den ersten Platz. Ebenfalls an den Start gingen „Jammington“ aus Siegen mit Rock à la Led Zeppelin aus den 1970er Jahren und „The Legion: Ghost“ aus dem Raum Aachen/Düren mit Groove-Metal.

Tobias Simon aus Embken brachte auf dem Festivalplatz Crêpes unters Volk. Als Verkaufsfläche nutzt er die Ladefläche eines alten Lieferwagens. Bereits im vergangenen Jahr war er vor Ort und völlig begeistert von der einmaligen Atmosphäre. Simon musste lachen: „Der Wagen vibriert zwar, wenn die Bässe kommen, aber man kann hier, etwas weiter weg von der Bühne, wenigstens sein eigenes Wort verstehen.“ Mario Lennartz ist der Pressesprecher des Tollrock-Teams, das nun zum 14. Mal das Festival ausrichtete. Schon viele Jahrzehnte fand an der „Schönen Aussicht“, also dem Schotterparkplatz an eben diesem Aussichtspunkt, einmal im Jahr ein Rursee-Fest statt.

Im Jahr 2000 stellte sich eine ortsansässige Band auf einen Anhänger und machte während des eher gesitteten Festes Musik. Die Jugend des Ortes steuerte einen „Randaleball“ einen Tag zuvor bei.

Die Generationen schlossen sich zusammen ebenso wie die Vereine. Inzwischen sind es 120 Helfer aus neun Ortsvereinen, die die Mammut-Veranstaltung stemmen. Lennartz: „Jeder Verein muss eine bestimmte Anzahl Helfer stellen, dafür werden die helfenden Vereine wiederum am Gewinn beteiligt.“ Pate stand das „Haldern Pop Festival“, das ebenfalls nach diesem Modell bestens funktioniert. Zudem stehen unzählige Schmidter Firmen hinter „ihren“ Tollrockern. Ausgezeichnete Arbeit leistet auch der Schmidter Sprayer Sascha Huben, der diverse Wagen, Stellwände und Plakatflächen einmalig und mit viel Humor gestaltet. Viele Besucher nehmen inzwischen das Angebot an, auf einer dem Tollrock-Platz angrenzenden Wiese zu campen.

Immer mehr Bands bewerben sich bei den Tollrockern, die Vorbereitungen für die jeweils kommende Auflage benötigt zwölf Monate. Gerätschaften müssen eingelagert und gewartet werden, die Planungen nehmen trotz der erlangten Routine ihre Zeit in Anspruch.

Was Mario Lennartz nach wie vor fasziniert: „Das ist der Spaß, den die vielen Helfer haben und das tolle Konzept. Es ist gigantisch, dass aus einem einfachen Schotterparkplatz immer wieder eine spitzenmäßige Festivalarena werden kann, in der eine super Stimmung herrscht.“

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