Band 2 der Buchreihe „Aus bewegten Zeiten“ vorgestellt

Von: Bruno Elberfeld
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Autorinnen und Autoren sowie Bernd Hahne (r.) und Projektleiterin Ingrid Nothhelfer (l.) stellten den 2, Band „Aus bewegten Zeiten“ im Schenkel-Schoeller-Stift vor. Foto: Bruno Elberfeld

Niederau. Bevor Bernd Hahne und Projektleiterin Ingrid Nothhelfer die Autoren des zweiten Bandes „Aus bewegten Zeiten“ vorstellten, widersprach Hahne vehement dem Satz von Jean Paul „Die Erinnerung ist das einzige Paradies“.

„Denn die Erinnerung ist oft schrecklich und kann zu Depressionen führen“, begründete der Redner seinen Einspruch im Saal des Schenkel-Schoeller-Stifts. Es gebe natürlich auch schöne Erinnerungen, räumte Hahne ein. „Glücklich ist, wer vergisst …“, so die erste Zeile eines früher vielgesungenen Liedes, bei dem es, so der kritische Beobachter, um die Fähigkeit des Vergessens und Entsorgens gehe.

In Band 2 der Reihe „Aus bewegten Zeiten“, in dem 15 Männer und Frauen aus Stadt und Kreis Düren zu Wort kommen, erheben die Autoren – wie auch schon im ersten Band – nicht den Anspruch der absoluten Wahrheit, denn jede Wahrheit, folgerte Hahne, ändere sich mit dem jeweiligen Autor.

Doch das Buch sei interessant und trage zu einem besseren Verständnis Dürens und seiner Menschen bei. „Die Texte in beiden Büchern berühren“, stellte Hahne, der Chef des Stadtmuseums fest. „Sie sind das Dressing auf dem Salat der historischen Tatsachen.“

Ingrid Nothhelfer, die drei Jahre lang an Band 2 gearbeitet hat und auch schon für den ersten Band verantwortlich zeichnet, und Bernd Hahne stellten die Frauen und Männer, die das Buch geschrieben haben, im Wechsel vor. Sie gaben zunächst einen Einblick zur Situation der Autoren heute, bevor sie kurze Ausschnitte aus deren Texten vorlasen.

Und lesenswert sind diese Geschichten allemal. Da erinnert sich eine Frau an einen Umzug ins katholische Norddüren. Da wurde sie als evangelisches Kind als „Blaukopp“ tituliert. Jemand erinnerte sich an das Ende des Ersten Weltkriegs, als ein Familienmitglied in einem Zug von Partisanen erschossen wurde.

Helmi Kumme-Becker sieht noch heute, wie sie als Kind nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Puppenwagen durch das Trümmerfeld mit Namen Düren gezogen ist. Oft sind die Berichte sehr persönlich, wie der von Pastorin Cornelia Kenke, die von ihrem Kampf ums Überleben als Baby und ihren Konflikten mit der Evangelischen Landeskirche erzählt.

Gisela Zimmermann wuchs mit zwei Brüdern und drei Schwestern auf einem Bauernhof auf. Die Eltern wünschten sich als sechstes Kind einen Jungen. Aber: Es wurde eine Gisela. Ein Bruder verbreitete diese Botschaft im Ort mit dem Satz: „Es ist Krieg, da nimmt man, was man kriegt.“

Im 2. Band „Aus bewegten Zeiten“ haben folgende Männer und Frauen ihre Geschichten zu Papier gebracht: Bernd Hamacher, Josef Hemgenberg, Marianne Hintzen, Cornelia Kenke, Paul Körtgen, Helmi Kumme-Becker, Wolfgang Künster, Professor Dr. Wolfgang Meisenheimer, Günther Palm, Lucie Robens, Franz Vey, Magda Willems-Iven, Josef Winthagen, Anna Wolters und Gisela Zimmermann.

Heinz Dülks, Gitarre, und Max Roeder, Akkordeon, begleiteten die Buchpräsentation mit Musik.

Erschienen ist das Buch im „Hahne & Schloemer Verlag“.

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