Ballettabend mit vielen Facetten

Von: ch
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Berauschende Foto: Was die Deutsche Tanzkompagnie aus Orffs „Carmina Burana” machte, riss das Publikum zu Beifallsstürmen hin.

Düren. Immer wieder gastieren in Düren - genauer: im Haus der Stadt am Bahnhof - Ensembles, die den ganzen Reichtum ihrer Kunst auf die Bühne bringen. Dazu gehört jetzt auch die Deutsche Tanzkompagnie aus Neustrelitz in Mecklenburg-Vorpommern.

Mit einem zweistündigen Ballettabend eroberten die Gäste ihr Publikum wie im Sturm. Dabei buhlten die Tänzerinnen und Tänzer sowie Choreographin Eva Brehme-Solacolu nicht mit vordergründigen Effekten und einem musealen Inszenierungsstil um die Gunst der Zuschauer.

Eindrucksvolle Visitenkarte

Der erste Teil des Abends gehörte der kleinen Form. „Wiener Walzer” bot zu den Klängen von „An der schönen blauen Donau” einen Querschnitt durch die gesamten Möglichkeiten der Ensemblemitglieder, mit ihren Körpern Musik auszudrücken. Von klassischem Ballett bis zu modernem Ausdruckstanz: eine eindrucksvolle Visitenkarte der Tanzkompagnie.

Ebenso lapidar wie liebenswert fiel „Hochzeiter” aus: Ein Paar flaniert über die Bühne, um wenig später Arm in Arm davon zu ziehen. „Ballhaus” war da schon opulenter: eine Reise durch die Tanzgeschichte des 20. Jahrhunderts vom Charleston bis zum Disco Dance.

Das Haupt- und Prunkstück des Programms jedoch war Eva Brehme-Solacolus Umsetzung von Carl Orffs archaisierendem Epos „Carmina Burana”. Nur wenige, aber dafür eindrucksvolle Ausstattungsdetails genügen Bühnenbildner Stephan Dietrich, um das Publikum weit zurück in vorchristliche Zeiten zu entführen.

Eine Stufenpyramide, auf ihr ein riesiges, rundes, dem „Sternentor” aus der Science-Fiction-Saga „Stargate” ähnliches Objekt: Das genügt, um in dem sonst undekorierten Bühnenraum deutliche Akzente zu setzen.

Davor entfalten die Mitglieder der Kompagnie mit großem Einsatz getanzte Bilder von berauschender Kraft. In den rund 80 Minuten, die „Carmina Burana” in dieser Version dauert, lassen die Neustrelitzer ein ums andere Mal sehen, wozu sie fähig sind - mit der Musik, aber auch ohne die Klänge vom Band. Zarte Poesie und bacchantische Kraftmeierei: Nichts ist Ihnen fremd.
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