Bald „World of Music“ im Munitionsdepot?

Von: Stephan Johnen
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Geht es nach der Mittelstandsunion, sollen die Tore des ehemaligen Munitionsdepots für den Tourismus geöffnet werden. Foto: Stephan Johnen

Gürzenich. Paris hat Disneyland, Babelsberg einen Filmpark – und Düren? Mit welchem Themenpark kann die Stadt an der Rur punkten und den Tourismus ankurbeln? Auf diese Frage hat die Mittelstandsvereinigung der CDU (MIT) eine Antwort: Düren hat die „World of Music“ (Welt der Musik). Jedenfalls könnte dies so sein, wenn die Pläne des MIT-Vorsitzenden Rolf Delhougne und Eventmanager Norbert Schmitz umgesetzt werden.

Einen passenden Ort hat die Mittelstandsvereinigung auch schon für den Themenpark gefunden: das ehemalige Munitionsdepot der Luftwaffe am Rand von Gürzenich.

„Wenn wir über Stadtentwicklung reden, müssen wir auch über Tourismus reden“, greift CDU-Politiker Delhougne die aktuellen innerstädtischen Debatten auf. „Wir brauchen eine echte Attraktion“, findet Delhougne. Der Standort sei ideal: Mitten in der Euregio Maas-Rhein gelegen, verfüge Düren über einen riesigen Einzugsbereich.

Auch die drei Flughäfen Maastricht, Düsseldorf und Köln seien innerhalb einer Stunde mit dem Auto zu erreichen. „Wir müssen den Menschen nur mehr bieten, damit sie zu uns kommen“, sagt Delhougne.

Auf die Frage, warum gerade ein Musik-Themenpark das geeignete Lockmittel sein soll, muss der MIT-Vorsitzende nicht lange nach einer Antwort suchen: Zum einen sei es Tatsache, dass es in keinem anderen Land im Sommer so viele Open-Air-Festivals gibt wie in Deutschland, findet Delhougne.

Zum anderen punkte auch da Düren mit seiner „guten Lage“. Und es gebe auch eine „Musiktradition in der Stadt“, nennt Delhougne die Dürener Jazztage als Beispiel. „Der Region fehlt zudem ein Festivalgelände, wie es im Themenpark entstehen soll.“

Das Gelände des ehemaligen Munitionsdepots, das der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gehört, umfast eine Fläche von 150 Hektar, von der allerdings ein Großteil bewaldet ist und unter Naturschutz steht, erklärt Norbert Schmitz, der ein Konzept für den Themenpark entworfen hat.

Die Infrastruktur des Areals sei aber „wie geschaffen“ für einen solchen Park. Es gebe ausreichend Parkplätze, große Freiflächen für Bühnen und in den ehemaligen Hallen könnten ebenfalls für mittlere und kleinere Konzerte und Veranstaltungen Bühnen geschaffen werden. Teile der derzeit verfallenden Gebäude könnten nach einer Sanierung genutzt werden.

Auch für die 65 Bunker sieht Weber eine Nutzung vor: vom Ton- und Musikstudio über Künstlermuseen bis hin zu extravaganten Hotelzimmern. „Alleine das wäre ein Alleinstellungsmerkmal“, findet Rolf Delhougne.

Auf die Mischung von Museum, Konzerten, Veranstaltungen und einer Verknüpfung der „World of Music“ mit anderen Tourismusangeboten komme es an, um Düren für (Kurz-)Urlauber attraktiver zu machen.

„Zur Frage der Finanzierung haben wir bereits die Fühler ausgestreckt und suchen den Kontakt zur Musikindustrie“, sagt Norbert Schmitz. Die Mittelstandsunion ist gewillt, es im ehemaligen Munitionsdepot krachen zu lassen.

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