Bäckerin aus Düren beim Bundeswettbewerb

Von: Sandra Kinkel
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Jacqueline Derichs
Jacqueline Derichs hat schon als Kind gerne mit ihrer Mutter gebacken. Nun ist sie die beste Bäckerin NRWs und wird ab Januar die Meisterschule in Köln besuchen. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Eigentlich wollte Jacqueline Derichs (22) Modeschneiderin werden, Nähen ist auch heute noch ihr großes Hobby. „Es war aber fast unmöglich, im Kreis Düren einen Ausbildungsplatz zu finden“, sagt die junge Frau. „Deswegen habe ich diesen Berufswunsch aufgegeben.“ Trotzdem wollte Jacqueline kreativ sein, mit ihren Händen arbeiten.

Bei der Bäckerei Stolz mit Filialen in Hoven und Aldenhoven hat sie zunächst eine Konditor- und danach noch eine Bäckerlehre gemacht. Zum Glück, möchte man fast sagen, denn Jacqueline Derichs ist eine außergewöhnlich gute Bäckerin. Genauer gesagt sogar die Beste in ganz Nordrhein-Westfalen. Aber der Reihe nach: Jacqueline Derichs mag Wettbewerbe. „Ich finde es wichtig, mich mit anderen zu messen. Ich möchte wissen, was ich kann.“ Deswegen hat sie nach ihrer Ausbildung zum Bäcker zunächst am Kammerwettbewerb der Bäckerinnung teilgenommen.

„Den habe ich gewonnen und mich für den Landeswettbewerb qualifiziert.“ Und auch in Olpe im Sauerland hatte Jacqueline die Nase vorn. Dabei sind die Herausforderungen bei diesem Wettbewerb schon sehr hoch. Jacqueline: „Drei Wochen vor dem Wettbewerb habe ich Post mit der Aufgabenstellung bekommen.“ „Backen ist Kunst“ war der Bäcker-Wettkampf überschrieben. In nur acht Stunden mussten die Teilnehmer Brot, Partybrötchen, Kleingebäck, Plunderteilchen und eine zweistöckige Torte backen.

Und allein Jacqueline Derichs‘ Plunderteilchen klingen traumhaft: „Ich habe Himbeerecken, zweifarbige Croissants, Obstkörbchen und Schmetterlinge mit einer Nuss-Marzipanfüllung gemacht. Und so gut wie beim Landeswettbewerb hat es beim Üben vorher nie geklappt. Es war perfekt.“ Bäcker und Konditor sind Jacquelines absolute Traumberufe, und das, obwohl ihre Eltern keine Bäckerei oder Konditorei haben. Als Kind, so Jacqueline, habe sie aber mit ihrer Oma schon immer gerne und viel gebacken.

„Ich habe mit dem Konditor angefangen, weil ich damals noch sehr zart war, und der Beruf des Konditors weniger anstrengend ist als der des Bäckers.“ Außerdem müsse man beim Konditor viel feiner und filigraner arbeiten. „Das lernt man besser zuerst, bevor es dann grober zugeht.“ Die Anforderungen des Bundeswettbewerbs ähneln denen des Landeswettbewerbs.

„Wir haben nur eine Stunde weniger Zeit und müssen dafür mehr Dinge backen.“ Das Schlimmste, was ihr passieren könne, meint die junge Bäckerin, sei, dass sie sich verwiegen würde oder dass ihr Teile des Gebäcks anbrennen würde. „Wenn die Zeit sowieso knapp ist, ist es fatal, wenn man Sachen wiederholen muss.“

Jacqueline Derichs liebt ihren Beruf, das merkt man der jungen Frau sofort an, wenn sie von ihrer Arbeit erzählt. Der frühe Arbeitsbeginn um drei oder manchmal um vier Uhr machen ihr überhaupt nichts aus. „Ich bin auch um die Uhrzeit schon gut gelaunt“, sagt sie. „Backen ist einfach mein Ding. Und dass ich in dem Beruf sehr früh aufstehen muss, habe ich ja vorher auch gewusst.“

Viele ihrer alten Freunde haben für ihren Beruf allerdings kein Verständnis. „Ich habe schon einen anderen Rhythmus“, sagt Jacqueline. „Ich schlafe nachmittags meistens ein Stündchen und abends gehe ich schon um acht, neun Uhr ins Bett. Damit kommen viele nicht gut zurecht.“ Deswegen verbringe sie auch ihre Freizeit zum größten Teil mit den Kollegen. Egal, wie sie beim Bundeswettbewerb abschneidet, ab Januar geht Jacqueline zur Meisterschule nach Köln. Sie möchte Konditormeisterin werden. „Ich würde gerne als Patissier oder Chocolatier irgendwo arbeiten. Ich mache sehr gerne Pralinen.“

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