Badesaison: Hoffen auf den Siebenschläfer

Von: Christina Handschuhmacher
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Wollpulli und Regenschirm stat
Wollpulli und Regenschirm statt Badehose und Sonnenschutz: Badeseechef Klaus Schüller ist mit der Halbzeitbilanz der Badesaison bisher ganz und gar nicht zufrieden. Foto: Abels

Heimbach/Vossenack/Düren. Seit Wochen zeigen die Grafiken der Wettervorhersagen immer das gleiche Bild: Kleine graue Wolken aus denen oft dicke Regentropfen fallen oder grelle Blitze schießen.

Nach dem Blick auf so einen Wetterbericht weiß Klaus Schüller: Auch an diesem Tag werden an „Dürens Adria” keine Kinder im Wasser planschen und auf dem weißen Sandstrand werden keine Bikinischönheiten in der Sonne bräunen. Stattdessen bleibt der See verwaist zurück.

Dann widmet sich der Badeseechef gemeinsam mit seinen drei Mitarbeitern wieder einmal anderen Aufgaben: Sie räumen den Strand auf, schneiden Sträucher oder mähen Algen. Dabei zieht der 57-Jährige hinter seinem Motorboot eine Eisenstange mit Boje her - eine Eigenkonstruktion des Badeseechefs - und macht die glitschigen Unterwasserpflanzen einen Kopf kürzer. „Wir müssen jeden Tag dafür sorgen, dass die Badegäste - wenn sie denn kommen - sich hier wohl fühlen”, sagt er.

15.000 Besucher haben seit der Eröffnung Mitte Mai Schüllers Kassenhäuschen passiert. Im Vorjahr lag die Besucherzahl ein gutes Stück höher, allerdings war der See aufgrund des sommerlichen Frühjahrs 2011 auch schon im April geöffnet. „Der Pfingstmontag war mit 6500 Gästen bisher der einzige gute Badetag in dieser Saison”, sagt er.

Aber die Hoffnung, dass aus diesem Sommer noch einer wird, der den Namen wirklich verdient, hat Schüller noch nicht aufgegeben. „Es ist noch früh und der Siebenschläfertag war vielversprechend.” Seit 1985 ist er nun am Badesee tätig und wenn er eins gelernt hat, dann das auf Wetterprognosen nicht unbedingt Verlass ist: 1995 habe man schon die Parkplätze gereinigt und den Sommer abgeschrieben und dann seien sechs Wochen Sonnenschein gekommen.

Auch in diesem Jahr entscheidet Schüller jeden Tag aufs Neue, ob die „Schlechtes-Wetter”-Bandansage eingeschaltet werden muss oder ob er Kassen-, Reinigungskraft und den Parkplatzanweiser zur Arbeit bestellt.

An Arbeit mangelt es Schwimmmeister Helmut Weißkirchen im Heimbacher Freibad nicht: „Wir sind nicht nur da, um auf die Leute aufzupassen”, betont er. „Die Arbeit ist auch bei Hochbetrieb die selbe.” Denn: Beckenreinigung mit Unterwasserstaubsauger, Hecken schneiden und Rasen mähen müssen auch ohne Badegäste regelmäßig erledigt werden. Wenn die Besucher dann wetterbedingt ausblieben, frage man sich allerdings schon, wofür die ganze Arbeit gut sei, sagt er.

„Im letzten Jahr haben wir insgesamt nur 35.000 Besucher gehabt. In guten Jahren ist es das Doppelte”, sagt er. Dieser Sommer ist bisher noch schwächer ausgefallen: 8000 Sonnenanbeter sind ins Heimbacher Freibad gekommen, Ende Juni 2011 waren es schon 10.000. Wann der letzte wirklich schöne Sommer war? Weißkirchen überlegt: „2006, glaube ich. Lange her auf jeden Fall.”

Auch im Rursee-Naturfreibad Eschauel war von Sommer bislang nicht viel zu spüren. „Das, was wir bisher hatten, kann man nicht Saison nennen”, sagt die Geschäftsführerin des Beach Club Eifel, Magdalena Bongard.

Die Gemeinde Hürtgenwald betont auf ihrer Homepage geradezu, dass das Freibad Vossenack „beheizt” sei und „Sammelumkleiden mit Wärmestrahlern” und „warme Duschen” biete. Außer ein paar Hartgesottenen, die täglich ihre Bahnen ziehen, lässt sich bei schlechtem Wetter dennoch kaum einer im Freibad sehen. Etwa 3000 Einzeltickets hat Jotta Pitropaki bislang über den Tresen geschoben. „Vor allem die Saisonkarten-Inhaber ärgern sich. Hoffentlich wird das mit dem Wetter noch.”

Der Dürener Badesee bleibt bei schlechtem Wetter geschlossen. Mit einem Anruf unter Tel. 02421/63911 erreicht man den Ansagedienst des Badesees, der aktuelle Informationen bereit hält. Bei schönem Wetter ist der See von 9 bis 21 Uhr geöffnet.

Das Freibad Heimbach ist täglich geöffnet: im Juli und August von 10 bis 19 Uhr, ansonsten von 11 bis 18 Uhr. Bei schlechtem Wetter ist das Freibad von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Auskunft unter Tel. 02446/3196.

Im Freibad Vossenack kann man täglich von 10 bis 19 Uhr schwimmen, bei gutem Wetter bis 20 Uhr.
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