„Bach meets Klezmer“ in der Christuskirche

Von: Bruno Elberfeld
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Nicht nur Musikrichtungen wurden in der Christuskirche miteinander vermischt: Einige Kompositionen trugen das Klezmer-Quartett und die Kantorei der Christuskirche gemeinsam vor. Foto: bel

Düren. Über Bach oder etwas von Bach haben alle schon irgendwie und irgendwann einmal gehört. Bach, oft als Ideengeber aller nachfolgenden Komponisten über Jahrhunderte verehrt, gespielt auf Orgeln, interpretiert bei großen und kleinen Konzerten, das ist gängig und geläufig. Aber Klezmer? Nie gehört, vielleicht aber schon einmal gelesen.

Und diese doch recht unbekannte, nie gehörte Musik mit der Musik eines berühmten deutschen Tondichters zu vermischen, ist eine Experiment, ein Projekt, das so noch nicht allzu häufig versucht wurde. Doch die Klezmer-Gruppe Dance of Joy hat es gemacht: Das Ergebnis konnten viele Besucher vergangenen Sonntag in der Dürener Christuskirche hören. Das Fazit: Die Menschen spendeten am Ende des Konzerts begeisterten Applaus, waren angetan von diesem Konzert, das keineswegs unerhört herüberkam, sondern bis dahin so noch nicht gehört worden war.

Stücke „verjazzt“

Das Klezmer-Ensemble mit Johannes Flamm (Klarinette, Saxofon), Johanna Schmidt (Violine, Viola), Alfred Kraus (Akkordeon) und Werner Lauscher (Kontrabass) hatte traditionelle Werke von Bach und anderen Komponisten für ihre Instrumente arrangiert und sie teils klezmerisiert.

Ergänzt wurde das Quartett bei einigen Liedern durch den Chor der Evangelischen Kantorei der Christuskirche unter der Leitung von Stefan Iseke. Iseke spielte auf der Orgel mehrere Soli, bemerkenswert die „Verjazzung“ Bachs auf der Königin der Instrumente – die Klezmerstücke waren wohltuend anzuhören.

Melancholische, sinnliche Weisen, die auf der Gefühlsebene mancher Gäste wohl Trauer und Wehmut hinterließen. Dazu Groove-Passagen, die besonders vom Saxofon und der Violine durch rhythmischen Körpereinsatz untermalt wurden, wechselten ab. Diese für viele ungewohnte Fröhlichkeit spiegelte sich bald in den Mienen der Gäste in der Christuskirche wider. Viele konnten nicht umhin, selbstvergessen mit ihren Gliedmaßen den Takt mit zu wippen.

Auswahl und Performance des variationsreichen Programms lässt vermuten, dass Bach selbst vielleicht sogar auf die eine oder andere Weise mit der Klezmer-Musik in Kontakt gekommen ist. „Dance of Joy“ hat mit dem Auftritt, bei dem die Musik Bachs auf die Klezmer Musik der osteuropäischen Juden traf, eine Botschaft übermittelt.

Sinnvoll vernetzt

Es habe gezeigt, dass Musikrichtungen, egal aus welchem Jahrhundert, egal aus welcher Kultur, gut gespielt und sinnvoll miteinander vernetzt, eine wohltuende Harmonie erzeugen können. Durch das Programm führte Violinistin Johanna Schmidt, die neben der Erklärung für jede Komposition auch den historischen Hintergrund durchleuchtete, in dem die jeweilige Komposition entstanden war.

Krönender Abschluss des Konzerts war der gemeinsame Gesang des Chores und der Gäste. Unter der Begleitung des Klezmer-Quartetts sangen sie das hebräische Lied „Hashivenu, Adonai“.

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