Bach, Haydn und Zipoli: Cappella Villa Duria präsentiert Barockmusik

Von: gkli
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Stefanie Faust (Flöte), Stefan Palm (Cembalo/Orgel), Matthias Purrer (Cello) und Felix Giglberger (Violine, v. li.) spielten in St. Mariä Heimsuchung Werke der Barockzeit und nachfolgender Stilrichtungen. Foto: gkli

Frauwüllesheim. „Die Musik am Hofe von Frauwüllesheim“, so hätte das Konzert, das in St. Mariä Heimsuchung erklang, auch betitelt werden können. Zur Zeit etwa Friedrichs des Großen, der selbst ein hervorragender Flötist war, war es üblich, dass Cembalomusik, Gambensonaten und Trios vornehmlich gegen Abend durch die Hallen und Gänge der Burgen und Schlösser hinweg schallten.

Genau diesen Klängen der Barockzeit, die das Abendland von Beginn des 17. bis etwa Mitte des 18. Jahrhunderts erlebte, widmete sich auf Einladung der Cappella Villa Duria mit den Organisatoren Gisela Hangenau und Johannes Esser an der Spitze ein Quartett, bestehend aus Stefanie Faust (Flöte), Felix Giglberger (Violine), Matthias Purrer (Cello) und Stefan Palm (Cembalo/Orgel). Mit der Komposition eines Bach-Sohnes, einer Triosonate geschrieben von Carl Philipp Emanuel Bach (1714 - 1788), begannen die festlichen Klänge bei Kerzenschein.

Waren die musikalischen Regeln zu Johann Sebastian Bachs (1685 - 1750) Lebzeiten klar umrissen und festgezurrt, passierte zur Zeit seiner komponierenden Söhne das, was meistens passiert, wenn die nächste Generation ans Ruder kommt: Die Regeln wurden gelockert, verändert oder komplett verworfen. Der sogenannte „empfindsame Stil“ löste die Barockmusik ab, führte in die Klassik hinein.

Die Akteure im Altarraum von Mariä Heimsuchung verstanden es, die galante Musik der Hofkomponisten wie etwa die von den beiden Bachs, von Joseph Haydn und Domenico Zipoli möglichst naturgetreu wiederzugeben, was etwa die Triller- und Spieltechnik anbelangte. Während Stefan Palm auf einem Cembalo spielte, das früher ebenfalls zum Einsatz kam, bevorzugte Flötistin Stefanie Faust ein zeitgemäß gebautes Instrument aus Metall und keine der Barockzeit nachempfundene oder gar aus der damaligen Zeit stammende Holzflöte. Daher enthielt der Gesamtklang auch eine leichte metallische Schärfe, die es wahrscheinlich in der Barockzeit so noch nicht gegeben hat. Der Präsentation tat das keinen Abbruch.

Sehr schön erklang auch die Gambensonate D-Dur BWV 1028 von Johann Sebastian Bach, die die hohe Kunst der Tonverwebung des Komponisten sehr deutlich werden ließ und die Matthias Purrer mit Stefan Palm virtuos vortrug. Den Besuchern im voll besetzten Gotteshaus gefiel das Konzert, wie man am Applaus ablas.

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