B56: Startschuss zum Bau der Ortsumgehung Soller

Von: Jörg Abels
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Freuten sich beim Spatenstich, dass die in den 90er Jahren geplante Ortsumgehung Soller endlich gebaut wird (v.l.): Rolf Seel (CDU, MdL), Gerhard Deckers (Straßen.NRW), Bürgermeister Joachim Kunth, Landrat Wolfgang Spelthahn und Ortsvorsteher Franz Bille (alle CDU). Foto: Abels

Soller/Düren. Es war nur eine Randbemerkung von Gerhard Decker beim Spatenstich zur Ortsumgehung Soller, aber sie ließ aufhorchen.

„Mit Fertigstellung dieser Maßnahme und der Ostumgehung Düren werden wir 2019/2020 eine weitgehend ortsdurchfahrtenfreie B 56 zwischen Jülich und Zülpich haben“, erklärte der neue Niederlassungsleiter des Landesbetriebs Straßenbau in Euskirchen. Mit anderen Worten: Decker glaubt offenbar nicht mehr daran, dass die Dürener Ostumgehung angesichts der archäologischen Arbeiten zwischen der Kölner Landstraße und der Firma Neapco wie geplant 2018 komplett für den Verkehr freigegeben werden kann.

Anders die Ortsumgehung Soller: Sie soll Stand heute 2018 fertig sein. Allerdings müssen auch auf dieser 3,75 Kilometer langen Trasse erst noch die Archäologen ans Werk. Und die haben bereits durchklingen lassen, dass sie im Bereich der Neubaustrecke eine römische Villa und eine römische Wasserleitung vermuten, berichtete Projektleiter Andreas Groß vom Landesbetrieb: „Das ist die große Unbekannte.“

Die Bodendenkmalschützer haben bei Soller aber auch noch etwas Zeit, mögliche Funde zu sichern. „Der Straßenbau ist schwerpunktmäßig erst für Anfang 2018 geplant“, kündigt Groß an. Bis dahin werden erst einmal drei Brücken gebaut, mit denen landwirtschaftliche Wege über oder unter die Bundesstraße geführt werden. Auch an zwei Gewässern und drei nicht immer wasserführenden Bächen müssen die Straßenbauer erst noch Hand anlegen. Zudem muss noch ein Flurbereinigungsverfahren durchgeführt werden, erklärt Groß.

Die Gesamtkosten der Ortsumgehung Soller-Fragenheim belaufen sich nach Angaben des Landesbetriebs Straßenbau auf knapp neun Millionen Euro, darunter gut eine Million für den Grunderwerb und die Flurbereinigung. Alleiniger Träger ist der Bund.

Für die bedrohte Feldlerche werden mehrere ökologische Ausgleichsflächen angelegt, für seltene Fledermäuse sollen Bäume gepflanzt werden. In einer Filteranlage soll das Regenwasser von der Fahrbahn gesammelt und vor der Versickerung von Schadstoffen befreit werden.

Hecken sollen einen Sichtschutz für die Anwohner in Soller und Frangenheim liefern, die nach Berechnungen der Straßenbauer mit der Ortsumgehung um rund 70 bis 75 Prozent des Verkehrs entlastet werden. Der Landesbetrieb erwartet in Zukunft zwischen 7200 und 11 600 Fahrzeuge pro Tag auf der Neubaustrecke. Mit dem Ausbau in Düren und Soller wird die B 56 zu einer noch interessanteren Alternativstrecke zwischen A4 und A 61, sollte sich rund um das Kerpener Kreuz der Verkehr stauen.

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