Azubi-Speed-Dating: Zehn Minuten Werbung für sich selbst

Von: Sarah Maria Berners
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Zehn Minuten Zeit, um einen potenziellen Arbeitgeber von sich zu überzeugen: Im Haus der Stadt fand ein Speed-Dating statt, bei dem Firmenvertreter potenzielle Auszubildende kennenlernen konnten. Foto: Sarah Maria Berners
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Michael Arth von der IHK. Foto: Sarah Maria Berners

Düren. Thorsten Meeßen ist 22 Jahre alt und studiert an der FH in Aachen. Jetzt möchte der Student doch lieber Azubi werden. „Ich habe für mich festgestellt, dass das sehr theoretische Studium nicht meine Sache ist. Ich möchte lieber eine Ausbildung machen. Etwas lernen, das unmittelbaren Praxisbezug hat“, erklärt Thorsten Meeßen. Deswegen ist er zum Speed-Dating ins Haus der Stadt gekommen.

Während Speed-Dating-Angebote an Wochenenden in Bars das Ziel haben, Menschen zu Liebespaaren zu machen, geht es beim „Schnellen Kennenlernen“ im Haus der Stadt darum, potenzielle Auszubildende und Firmen zueinanderzuführen.

Michael Arth betreut das Angebot der Industrie- und Handelskammer, und er kennt die Nöte der Firmen. „Es ist nicht einfach, aus einem großen Stapel die geeigneten Bewerber auszuwählen“, erklärt er. Anschreiben und Noten würden nur ein bisschen über eine Person verraten. „Es gibt Firmen, die haben beim Speed-Dating Auszubildende gefunden, deren schriftliche Bewerbung sie sofort auf den ‚Aussortiert-Stapel‘ gelegt hätten“, weiß der Fachmann.

Er weiß, dass viele Auszubildende mit mittlerem Schulabschluss und mittleren Noten viele Bewerbungen schreiben müssen, um eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch zu erhalten. „Wenn es gut läuft, kommt auf acht Bewerbungen eine Einladung“, erklärt er. Im persönlichen Gespräch beim Speed-Dating könnten die Firmen die Bewerber besser kennenlernen, sehen, ob sie ins Team passen und direkt merken, ob sich die Jugendlichen wirklich für einen Beruf interessieren.

200 Ausbildungsplätze sind an diesem Vormittag im Haus der Stadt auf dem Markt, 25 Firmen haben Vertreter geschickt. 280 Jugendliche suchen das Gespräch, zehn Minuten stehen ihnen zur Verfügung. Mehr nicht.

„Bei den vergangenen Veranstaltungen hat etwa die Hälfte der Firmen durch das Speed-Dating Auszubildende gefunden“, erklärt Arth.

Thorsten Meeßen möchte sich an diesem Tag zwei Firmen vorstellen. Er möchte gerne eine kaufmännische Ausbildung machen. Die Dürener Firma Isola und das Wellpappenwerk Carl Eichhorn interessieren ihn. Er hat sich vorab gut über die Firmen informiert, sich auf die Gespräche vorbereitet.

Auch Lisa Blühm (20) will eine kaufmännische Ausbildung machen. „Ich möchte die Chance nutzen, mit den Firmen direkt vorzustellen. Hier kann ich versuchen, einen positiven Eindruck zu hinterlassen und nicht nur ein Schreiben abschicken“, erzählt sie.

Auch über ihre Kleidung hat sich sie am morgen Gedanken gemacht. Ein bisschen schick sollte es schon sein. Einige Jungs stehen mit verdrehter Kappe im Foyer, andere haben ein Sakko angezogen. „Mit der Kleidung drückt man auch eine Wertschätzung aus“, weiß Arth.

Allerdings hänge es auch vom entsprechenden Berufsbild ab, ob man sich für einen Anzug oder für Jeans und Hemd entscheiden sollte. „Die kaufmännischen Berufe sind sehr begehrt“, weiß Michael Arth. In anderen Berufen gebe es nur wenige Bewerber, zum Beispiel für die Ausbildung zum Industriemechaniker.

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