Düren - Autor Simak Büchel liest auf Schloss Burgau

Autor Simak Büchel liest auf Schloss Burgau

Von: ajo
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Düren. Mit der Ankündigung „Der Kunstförderverein des Kreis Düren schafft es durch die ehrenamtliche Mitarbeit seiner Mitglieder immer wieder, helle Punkte am Dürener Kulturhimmel zu gestalten“, versprach Bürgermeister Paul Larue im Schloss Burgau anlässlich der Lesung von Simak Büchel nicht zu viel.

Mit intelligentem Witz und beeindruckender Vielfalt in Sprache und bei der Darstellung der Charaktere seiner Bücher, sorgte der Kinder- und Jugendbuchautor für beste Unterhaltung und einen Einblick in die Reisen, die er für seine Werke nutzt. Unter dem Titel „Die Verdeckung der Welt“ nahm Simak Büchel die Zuhörer mit auf eine literarische Expedition, anregend und unterhaltsam zugleich. „Jedes Buch an sich ist eine verdeckte Welt, Entdeckung ist zugleich Verdeckung. Eine Hülle aus Informationen wird über die reale Welt gestülpt.

Die Informationssphäre vergrößert sich immer weiter“, stellte Büchel heraus und bekräftigte: „Dabei ist die Kernfrage, die ich mir stelle, diese: Welchen Stellenwert hat heute noch die unmittelbare Anschauung, in Zeiten in denen sogar schon ein Drittklässler, wenn man ihm eine Frage stellt, zuerst auf die Idee kommt, auf die bereits vorhandenen Informationen, die Google liefert, zurückzugreifen?“.

Der sich selbst als „Forscher im Reich der Fantasie“ bezeichnende Autor fällte seine Entscheidung schnell. Er selbst reist seinen Figuren voraus und verlässt sich lieber auf Rohdaten des eigenen Erlebens. Die erste Reise, zu der er sein Publikum einlud, führte ihn nach Afrika für sein Buch „Baum 532“. „In Afrika habe ich die entscheidende Technik erlernt, um zu einer Erkenntnis zu kommen – Geh dicht dran!“, unterstrich Büchel und betonte: „Nähe ist ein entscheidender Faktor bei meinen Erforschungen. Als ich jedoch 1998 mit meinen Ideen aus dem afrikanischen Wald trat, waren in der Zwischenzeit amerikanische Botschaften in die Luft gesprengt worden. So kann es gehen, wenn man nah an etwas herantritt. Man verliert für kurze Zeit die Zusammenhänge aus dem Blick“.

Bei seiner Reise nach Paraguay für seine Bogumil-Trilogie brachte Büchel seine eigene Grenzen in Erfahrung. „Mit den Hauptpersonen der Geschichte im Gepäck und im Hinterkopf, verwob sich meine Fahrt mit ihrem Abenteuer“, hob Büchel hervor und unterstrich: „Ich schaffte es nicht, den Berg zu erklimmen, die Informationen, die ich wollte, bekam ich also nicht zu Gesicht. Hier war meine Grenze erreicht, die Fantasie kam zum Einsatz und gerade diese Übertritte über meine Grenzen finde ich so spannend“.

Das Spiel aus Biografie und Fantasie, das Spiel mit sowohl physischen als auch sprachlichen Grenzen und der Nähe machen seine Werke zu ganz besonderer Literatur, einem Vergnügen für Groß und Klein.

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