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Autor Sascha Theisen: Amüsant, authentisch, ironisch

Von: Ingo Latotzki
Letzte Aktualisierung:
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Autor Sascha Theisen mit seinem eben erschienenen Buch vor dem Brunnen an der Dürener Annakirche.

Düren. Ein gutes Fußball-Wissen kann im Erdkundeunterricht hilfreich sein: Wenn der Lehrer wissen will, wo Astana liegt oder Baku, dann kann derjenige auftrumpfen, der die Europa-League im Detail verfolgt. Astana liegt in Kasach-stan und hat in der gerade zu Ende gehenden Saison in der Euro-League gespielt, Baku liegt in Aserbaidschan und war 2012/2013 dabei.

Sascha Theisen vertritt nicht nur die Meinung, dass der jugendliche Fußballexperte eine bessere Geografienote bekommen kann, sondern er glaubt auch, dass ein echter Fan besser damit fertig wird, wenn die erste Liebe des Lebens scheitert. „Als Fan lernt man ja zu verlieren“, sagt Theisen, 46, selbst Alemannia Aachen-Fan.

Theisen stammt aus Düren und hat einige Bücher über Fußball verfasst, gerade ist sein jüngstes Werk „Ballbesitz – warum Fußballfans sich besser im Leben zurechtfinden“ erschienen. Theisen hat die Gabe, über seine Leidenschaft durchaus amüsant und mit einer gehörigen Selbstironie zu schreiben.

Seine kleinen Geschichten haben autobigrafische Züge, bestehen aber auch aus genauen Beobachtungen, die er zahlreiche Male in seinen in Köln zum Kultstatus erhobenen „Torwort“-Lesungen vorgetragen hat. Mit der Lesereihe ist er auch schon im Dürener „Brauhaus“ an der Annakirche zu Gast gewesen.

Theisen sagt, er habe ein Elefantengedächtnis, wenn es um Fußball geht. Wenn er alte Bekannte und Freunde trifft, reden sie nach dem Motto: „Weißt du noch...?“ über alte Zeiten – und meist weiß Theisen noch. Er ist in der Agnes-straße in Düren aufgewachsen und war ungezählte Male mit seinem Vater auf der Westkampfbahn, allerdings zu einer Zeit, als die 99er noch richtig guten Fußball spielten, nicht selten vor 1500 Zuschauern.

Eigentlich wollte Theisen schon immer über Fußball schreiben. Als er aber den Bestseller „Fever Pitch“ des englischen Autors Nick Hornby gelesen hatte, packte es ihn endgültig. „Hornby hat die Gabe, unglaublich amüsant und authentisch über seine Fußballliebe zu schreiben“, sagt Theisen.

„Das Knie...“

Er selbst ist kein großer Fußballer geworden. Heute spielt er auch nicht mehr mit Freunden („Das Knie...“). Das alles heißt aber nicht, dass er kein guter Trainer wäre. Mit Hingabe, so sagt er, trainiert er D-Junioren in Brauweiler, er wohnt heute nicht weiß entfernt von Köln. Schon in dieser Klasse würde akribisch gearbeitet, „da achten die Eltern drauf“, sagt er augenzwinkernd. Dass heute schon 12-Jährige umfänglich in die taktischen Feinheiten des Fußballs eingeweiht werden, sei eine Selbstverständlichkeit.

Aber natürlich geht es auch um die Vermittlung von Werten. Was ist gerecht? Wie geht man mit Niederlagen um, mit Siegen? Solche Sachen lehrt der Fußball. Theisen hat kurze Geschichten aufgeschrieben, die unterhaltsam, aber auch schon mal nachdenklich sind.

Und die spezielles Wissen über entlegene Orte vermitteln können.

„Ballbesitz“; Verlag Die Werkstatt, 12,90 Euro.

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