Autor Hubertus Saurbier: Vier Morde und keine Spur vom Täter

Von: Anne Wildermann
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Selbst verlegt: Der Eifler Hubertus Saurbier hat sein fünftes Werk „Wenn sich Himmel und Erde berühren“ herausgebracht. Foto: Wildermann

Hergarten. Journalisten sind die besseren Kriminalisten. Zumindest in dem neuen Roman des Eifler Autors Hubertus Saurbier (81) aus Hergarten bei Heimbach. In seinem fünften Werk „Wenn sich Himmel und Erde berühren“, das seit kurzem erhältlich ist, geschehen über Jahre hinweg vier Morde mit derselben Waffe, ohne dass die Polizei einen Täter festnehmen kann.

Dabei gibt es reichlich Zeugen, die den Täter nicht nur sehen, sondern ihn auch erkennen. Weil er immer wieder ein lückenloses Alibi vorweisen kann, haben die Ermittler keine Handhabe.

Erst als sich eines Tages eine junge und investigative Journalistin aus Köln mit den Mordfällen befasst und die Spur bis zu einer noblen Seniorenresidenz in Furth am Wald, nahe der tschechischen Grenze, verfolgt und dem Täter sehr nahe kommt, kommt Bewegung in den Fall. „Es wird kein erwartbares Ende für den Leser geben“, sagt Saurbier und lächelt verschmitzt. Er sitzt am Esszimmertisch, vor ihm seine Werke und ein Exposé.

Bewusst hat Saurbier, der früher als Internist gearbeitet hat, seinem Buch nicht den Genre-Titel „Krimi“ oder „Thriller“ gegeben, sondern schlicht „Roman“. „Ich will mich vom Klischee distanzieren, weil eben nicht alles erwartbar und schlüssig ist“, sagt der Autor. Außerdem beschäftige er sich in dem Buch auch mit theologischen Themen und Gedanken, die provokant, kritisch und zeitnah seien.

Die Idee zu seinem neuesten Werk kam ihm bei einem Spaziergang durch den Nationalpark Eifel. „Jede Woche bin ich dort unterwegs und mache Rast bei ein paar umgefallen Bäumen. Und sofort hatte ich die ganze Geschichte klar vor mir. Vom Anfang bis zum Ende“, erzählt Saurbier.

Täglich saß er vor seinem PC, hat drei bis vier Stunden recherchiert und eine Stunde geschrieben. Seit etwa zehn Jahren arbeitet er als Schriftsteller. Einfach nur dasitzen oder seiner Frau im Weg stehen, kann und will Saurbier nicht. Er muss was tun. In Bewegung bleiben, auch geistig, ist sein Anspruch. „Schreiben ist für mich das beste Gehirntraining“, sagt er.

Gerne wäre er als junger Mann schon Maler oder Schriftsteller geworden, wenn es die finanzielle Situation zugelassen hätte, doch dann wurde es nach dem Abitur in Düren ein Medizinstudium in Köln. Dafür ist er jetzt als Künstler tätig. Die Buch-Cover zu seinen früheren Werken wie „Manuskript des Teufels“, „Die wundersame Holzbank“ und „Roter Zirkon“ hat er entweder selbst gemalt oder fotografiert.

Im Flur und teilweise auch im Esszimmer stehen Schneemänner, die Saurbier aus Styropor selbst zugeschnitten und bemalt hat. Diese Schneemänner zieren auch den Buchdeckel seines Werkes „Winni, der Schneemann“.

Während Saurbier in der Vergangenheit noch Verlage gefunden hatte, die seine Bücher publizieren, musste er den neusten Titel selbst herausbringen. „Ich bin an namenhafte Verlage herangetreten, habe aber keine Antwort erhalten. Beim Nachfragen wurde mir gesagt, dass man jedes Jahr unaufgefordert an die 100 000 Manuskripte bekomme und man nur noch die Autoren verlege, die bereits einen Namen haben“, erzählt Saurbier. Alles andere sei unwirtschaftlich.

Bei „BoD – Books on Demand“ (deutsch: Bücher auf Nachfrage), koste das Verlegen eines Buches zwischen 1000 und 2000 Euro. Saurbier musste 100 Bücher abkaufen, die er nun zum Teil in Buchläden in der Region und auch in anderen Landkreisen für die Kunden auslegt. Gestaltung der Seiten, Schriftart und Schriftgröße sowie das Cover, Zeilenabstand und Papierstärke musste er selbst bestimmen.

Sogar den Klappenbuchtext schrieb er selbst. Auch für die Werbung seines Buches ist Saurbier verantwortlich. Seit kurzem überlegt er, eine Seite bei Facebook einzurichten, um sich als Autor und seine Werke bekannter zu machen. Selbstvermarktung als Freischaffender ist unerlässlich.

Der Roman „Wenn sich Himmel und Erde berühren“ von Hubertus Saurbier kann unter der ISBN 978-3-743-17358-3 für 10,99 Euro in jeder Buchhandlung bestellt werden.

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