Autofahrer werfen 2,1 Millionen Euro in 90 Parkautomaten

Von: Jörg Abels
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Die Parkscheinautomaten sind zu einer wichtigen Einnahmequelle der Stadt geworden. Foto: Abels

Düren. Früher wurden Parkscheinautomaten im Volksmund Groschengräber genannt. Heute ist die Parkraumbewirtschaftung eine wichtige Einnahmequelle im Haushalt der Stadt Düren. Die Autofahrer warfen allein im Jahr 2015 rund 2,1 Millionen Euro in die 90 Parkscheinautomaten im Stadtgebiet, in etwa so viel wie auch bereits 2014. Wenn man bedenkt, dass bei Kurzzeitparkplätzen eine Gebühr von 50 Cent je 25 Minuten fällig wird, eine ansehnliche Summe.

Ein Beispiel: Für jeden der derzeit kontrovers diskutierten Parkplätze an der Weierstraße kalkuliert die Stadt bei einem Wegfall für Car-Sharing-Stellplätze oder eine Fahrradstation mit Mindereinnahmen von 3600 Euro im Jahr. Das würde ein jährliches Minus von 18.000 Euro (beim Wegfall von fünf Stellplätzen) beziehungsweise 21.600 Euro (bei sechs Plätzen) bedeuten, das nur zum Teil mit einer Sondernutzungsgebühr für das Car-Sharing (700 Euro je Platz) kompensiert werden kann.

Für das laufende Jahr kalkuliert Lisa Rühmann, Leiterin des Amtes für Recht und Ordnung, mit Einnahmen aus den Parkautomaten in Höhe von 1,93 Millionen Euro. „Das Parkverhalten lässt sich schwer prognostizieren“, begründet sie den vorsichtigen Ansatz. Senken will sie die Kosten, die durch Vandalismus an den Parkscheinautomaten entstehen. Die ersten drei wurden versuchsweise bereits mit Alarmanlagen ausgerüstet. Macht sich jemand an ihnen zu schaffen, ertönt ein schriller Signalton, der den Missetäter vertreiben soll.

Auch Parksündern soll es 2016 wieder verstärkt an den Kragen gehen. Hier blieben die städtischen Einnahmen aus Verwarnungs- und Bußgeldern im vergangenen Jahr mit rund 670.000 Euro um gut 16 Prozent hinter den Erwartungen zurück. Der Grund: Die zwölf auf dem Papier vorhandenen Überwachungskräfte standen de facto nie zur Verfügung.

Eine Mitarbeiterin sei ganzjährig krank gewesen, andere mehrere Wochen oder hätten in Kur gemusst. Deshalb hat Lisa Rühmann eine weitere Stelle für die Verkehrsüberwachung beantragt, die schwerpunktmäßig in den Außenbezirken eingesetzt werden, zur Entlastung aber auch Ermittlungsaufgaben des „SOS“-Dienstes übernehmen soll. Interimskämmerer Erhard Vanselow fordert die Politik auf, dieser zusätzlichen Stelle zuzustimmen, spüle sie doch mehr Geld in die Kasse, als sie koste.

Aus dem gleichen Grund fordert er, frei werdende Stellen bei der Parkraumüberwachung so schnell wie möglich neu zu besetzen – nach dem Motto: mehr Überwachung, mehr Einnahmen. 2016 rechnet die Stadt mit „Park-Knöllchen“ in einer Höhe von 850.000 Euro.

Obwohl die Politik 2014 auf die von der Verwaltung vorgeschlagene Anschaffung eines zweiten Radarwagens verzichtet hat, ist die Zahl der registrierten Tempoverstöße im Stadtgebiet weiter gestiegen, was nicht unbedingt für die Autofahrer spricht.

Die Einnahmen belaufen sich 2015 auf rund 750.000 Euro. Sie liegen damit fast zehn Prozent über dem Wert von 2014 (690.000 Euro). Dabei versichert Lisa Rühmann, dass der städtische Radarwagen zu mehr als 90 Prozent nur an sicherheitsrelevanten Stellen im Stadtgebiet eingesetzt werde, insbesondere vor Schulen und Kindergärten.

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